Verkehrsauswirkungen auf Ganderkesee Durch B212neu enorme Belastung für Schulweg in Heide

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Ganderkesee. Die B212neu wird kommen – fragt sich nur, mit welcher Trassenführung. Fachbereichsleiter Peter Meyer erklärt, welche Variante für Ganderkesee am besten ist.

„Wir haben uns im Raumordnungsverfahren klar für eine nördliche Trassenvariante ausgesprochen.“ Das hat Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, nach dem jüngsten Dialogforum betont, in dem es um die geplante B212neu im Abschnitt von Harmenhausen bis zum Anschluss an die A281 in Bremen geht. Die Ganderkeseer Verwaltung bevorzuge vor allem deshalb die nördliche Trasse nordwestlich von Deichhausen entlang der Bremer Landesgrenze, weil dadurch deutlich weniger zusätzlicher Verkehr für die Gemeinde zu befürchten sei. Bei der südlichen Alternative werde beispielsweise der Schulweg in Heide enorm belastet.

Mehr Verkehr durch Südvariante

Diese südliche Variante durch Sandhausen hat laut Meyer nach dem sogenannten Raumordnungsverfahren nach wie vor Priorität. Und die würde nicht nur für den Schulweg, sondern auch für andere Gemeindebereiche eine deutlich höhere Verkehrsbelastung mit sich bringen. Die gute Nachricht in dieser Situation: Noch sei die südliche Trasse nicht hundertprozentig festgelegt. Im Dialogforum mit Verkehrsexperten und Vertretern von betroffenen Kommunen – der derzeit siebten Veranstaltung – würden nach wie vor mehrere Varianten untersucht, so der Ganderkeseer Fachbereichsleiter.

Viele Auswirkungen unter der Lupe

Mit einer Entscheidung rechne er nicht vor 2022, zumal die Arbeit im Forum noch bis Ende des nächsten Jahres dauern würde. Dabei gehe es nicht allein um die zusätzliche Verkehrsbelastung, sondern auch um Auswirkungen auf Landwirtschaft, Wasserhaushalt, Natur und Landschaft sowie um Emissionen im gesamten Abschnitt, in dem die Verlängerung der B212neu geplant ist.

Sowohl bei den Nordvarianten als auch bei der Südvariante wird laut Planern über drei Möglichkeiten diskutiert. Dabei haben nach Angaben von Fachbereichsleiter Meyer die drei Untervarianten im Süden ganz unterschiedliche Auswirkungen auf die Gemeinde Ganderkesee. So bedeute beispielsweise die südliche Trasse 1A mit Vollanschluss und Verknüpfungspunkt in Sandhausen in alle Fahrtrichtungen eine erhebliche Mehrbelastung vor allem für den Schulweg, aber auch für die Straßen Auf dem Hohenborn, die Almsloher Straße und die Urneburger Straße. Zugleich glauben die Experten an eine geringfügige Entlastung für die Stedinger Straße und die Nutzhorner Straße. „Vor allem beim Schulweg ist das spürbar“, informiert Meyer. Gehe man derzeit von täglich 2900 Fahrzeugen im Durchschnitt aus, kämen durch 1A pro Tag etwa 1900 Fahrzeuge dazu – und das im Bereich der Heider Grundschule.

Variante 1B mit Teilanschluss

Eine Variante 1B mit Teilanschluss würde Meyer zufolge Entlastung auf den meisten Straßenzügen im Norden des Gemeindegebietes bedeuten. Der Grund: Wer aus Richtung Bremen kommt, kann beim Teilanschluss nicht zwischendurch nach Delmenhorst abbiegen, sondern muss nach Lemwerder weiterfahren. Nur wer aus Lemwerder kommt, kann in Sandhausen runter von der Bundesstraße, aber auch nach Bremen durchfahren.

1C bringt Mehrbelastung für Bookholzberg

Dritte Möglichkeit ist die 1C ohne Anschluss – also ohne Auf- und Abfahrt zwischendurch. Wer diese Straße nutzt, kann nur von Bremen Richtung Lemwerder und zurück fahren, ohne unterwegs die Fahrbahn zu verlassen. Das bringt nach Angaben des Ganderkeseer Fachbereichsleiters ähnliche Entlastungen wie bei 1B, jedoch eine Mehrbelastung von rund 1000 Fahrzeugen auf der Bookholzberger Ortsdurchfahrt, auf der derzeit im Schnitt täglich 15.000 Fahrzeuge unterwegs seien, wie Meyer sagt.

Schwächere Auswirkungen durch nördliche Trassen

Im nördlichen Bereich würden die einzelnen Möglichkeiten mit den verschiedenen Ab- und Auffahrmöglichkeiten für die Gemeinde Ganderkesee kaum einen Unterschied machen. Festzuhalten sei, so Meyer: Es gebe gegenüber der südlichen Trasse „quantitativ erkennbar schwächere Auswirkungen auf Ganderkesee“. Deshalb seien diese Varianten, mit der Ganderkeseer Brille betrachtet, auch zu bevorzugen.


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