Sind Angeklagte Rechtsradikale? Hitlergruß in Aschenstedt gezeigt und Einbrüche verübt

Von Ole Rosenbohm

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Ein 19- Jähriger aus Wildeshausen und ein 17-jähriger Dötlinger stehen vor dem Amtsgericht wegen des Zeigens verfassungsfeindlicher Symbole. Symbolfoto: Britta Pedersen/dpaEin 19- Jähriger aus Wildeshausen und ein 17-jähriger Dötlinger stehen vor dem Amtsgericht wegen des Zeigens verfassungsfeindlicher Symbole. Symbolfoto: Britta Pedersen/dpa

Wildeshausen/Aschenstedt. Ein 19- Jähriger aus Wildeshausen und ein 17-jähriger Dötlinger sollen in der Nähe einer Aschenstedter Flüchtlingsunterkunft den Hitlergruß gezeigt und laut „Sieg Heil“ geschrien haben.

Auch diverse Einbrüche wirft ihnen die Staatsanwaltschaft vor: Jetzt macht das Amtsgericht Wildeshausen zwei jungen Erwachsenen den Prozess. Zur Verhandlung erschienen die Angeklagten jedoch nicht.

Annähernd ganz Aschenstedt schlief in dieser Julinacht 2017, nur ein damals 19- und ein 17-Jähriger aus Wildeshausen und Dötlingen mussten unbedingt noch „einen rauslassen“.

„Sieg Heil“ vor Polizisten gerufen

„Sieg Heil“ sollen sie gebrüllt und dazu den Hitlergruß gezeigt haben – und zwar genau dann, als ein Polizeiwagen vorbeifuhr.

Hitlergruß und „Sieg Heil“-Rufe sind verboten, gehören rechtlich zu den Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Tatort in der Nähe eine Flüchtlingsunterkunft

Die Polizisten waren auch deswegen alarmiert, weil sich der Tatort in der Nähe eine Flüchtlingsunterkunft befand.

Vermutlich im kommenden Februar, eineinhalb Jahre nach dem Vorfall und der durch die Polizei erstattete Strafanzeige, wird den beiden inzwischen 18 und 20 Jahre alten jungen Männern der Prozess vor dem Jugendgericht in Wildeshausen gemacht.

Ein Prozesstermin musste schon vor einem Monat verschoben werden. Und auch am jetzt angesetzten Prozesstag warteten Richterin, Staatsanwalt und Zeugen erneut vergeblich. Neuer Termin ist von Amts wegen also wohl erst im Februar.

Prozessverzögernd wirkte sich wohl auch aus, dass einer oder beide Angeklagten auch noch in nicht-politischen Kriminalitätsfeldern aktiv waren: Ein Diebstahl in einem Laden in Prinzhöfte, begangen im September 2017, wirft ihnen die Staatsanwaltschaft ebenso vor wie Diebstähle aus einer Garage und einem unverschlossenen Auto. Auch diese Fälle sind angeklagt.

Rätsel um rechtsradikale Strukturen

Ob sich die Angeklagten in rechtsradikalen Strukturen bewegen oder bewegten, ist bisher nicht bekannt. Vom Vorfall in der Nacht auf den 31. Juli ist bisher nur klar, dass beide mindestens angetrunken, wenn nicht gar betrunken waren. Vor der Polizei sollen beide das Zeigen des Hitlergrußes zugegeben haben.


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