Naturschutz im Landkreis Oldenburg 350 Naturdenkmale prägen den Landkreis Oldenburg

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Eins von 54 Naturdenkmalen in der Gemeinde Ganderkesee: die Lindenallee in Havekost. Foto: Reiner HaaseEins von 54 Naturdenkmalen in der Gemeinde Ganderkesee: die Lindenallee in Havekost. Foto: Reiner Haase

Ganderkesee/Landkreis Oldenburg. Mit 350 Naturdenkmalen ist der Landkreis Oldenburg Spitze in Niedersachsen. Bei der Pflege steht dem großen Aufwand ein kleines Budget gegenüber.

Die letzten 900 Meter zwischen Ganderkesee und Havekost gelten als schönste Straße in der Gemeinde. Rechts und links reiht sich eine alte Linde an die andere, und wo ein alter Baum abgängig war, schließt ein junger die Lücke. Die eindrucksvolle Allee, die nicht nur optische, sondern vor allem ökologische Qualitäten hat, soll überdauern. Als Naturdenkmal eingestuft, wird sie laut Ursula Tröndle von der im Kreishaus angesiedelten Unteren Naturschutzbehörde mindestens einmal im Jahr kontrolliert. Kein Baum soll unversehens umkrachen und möglichst auch kein toter Ast auf der Straße landen. „Die Verkehrssicherungspflicht hat auch bei Bäumen als Naturdenkmalen Priorität“, betont Tröndle.

Die Havekoster Linden stehen in Ganderkesee als geschützte Allee einzigartig da, doch die Liste der Naturdenkmale insgesamt ist lang. 53 weitere Naturdenkmale sind in der Gemeinde Ganderkesee zu finden. Vielfach sind es markante Einzelbäume oder kleine Baumgruppen, vor allem Eichen wie jene vier, die sich am Stenumer Denkmal eng aneinanderschmiegen. Etliche Schlatts sind aufgelistet, Wasser- und Moorflächen. In der Bauerschaft Meierhafe gibt es einen kleinen Hain mit umso größeren und älteren Wacholderbüschen, und in Schönemoor sind zwei einzelne Königsfarne als Naturdenkmal ausgewiesen. Viel üppiger ist diese Rote-Liste-Art an zwei Stellen in Altengraben erhalten geblieben. Die ältesten Naturdenkmale in der Gemeinde sind 40 im Stenumer Forst verstreute Findlinge.

Laut Eva-Maria Langfermann, der Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, gibt es im Landkreis Oldenburg 350 Naturdenkmale. In Niedersachsen steht der Landkreis damit weit an der Spitze. „Wir sind damit wohl etwas inflationär umgegangen“, meinte der Kreistagsabgeordnete Wilfried Siems (CDU) in der jüngsten Sitzung des Kreisumweltausschusses – und erntete prompt lautstarken Widerspruch von Seiten der SPD und der Grünen. Johannes Hiltner (Grüne) forderte den Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest auf, die Besonderheit stärker für die Tourismuswerbung einzusetzen.

Der Erhalt der Naturdenkmale erfordert laut Tröndle sehr großen Aufwand. Als Beispiel benannte sie eine alte Eiche beim alten Amtshaus in Falkenburg, deren Geäst schon teilweise mit Gurten zusammengehalten wird. „Wir schauen regelmäßig nach, auch mit dem Steiger von oben“, so Tröndle.

Für die Pflege der Naturdenkmale sind im Kreishaushalt jährlich 60000 Euro veranschlagt. Behördenleiterin Langfermann bestätigte die Vermutung Dr. Reinhold Schüttes (Grüne), dass das „hinten und vorne nicht reicht“. Seinen Antrag, den Ansatz schon im Haushaltsplan 2019 aufzustocken, stellte Schütte für ein Jahr zurück, weil in der Behörde zurzeit eine Organisationsanalyse läuft. Deren Ergebnis wollen auch die Grünen abwarten.


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