Enkelin nutzt Vertrauensstellung aus Hilfsbedürftige Großmutter in Harpstedt bestohlen

Von Ole Rosenbohm

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In Harpstedt bediente sich im vergangenen Jahr eine 31-Jährige selbstständig und ohne Wissen ihrer unter Betreuung stehenden Oma am Konto der Hilfsbedürftigen. Symbolfoto: David-Wolfgang Ebener/dpaIn Harpstedt bediente sich im vergangenen Jahr eine 31-Jährige selbstständig und ohne Wissen ihrer unter Betreuung stehenden Oma am Konto der Hilfsbedürftigen. Symbolfoto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Harpstedt/Wildeshausen. In Harpstedt bediente sich im vergangenen Jahr eine 31-Jährige selbstständig und ohne Wissen ihrer unter Betreuung stehenden Oma am Konto der Hilfsbedürftigen.

Innerhalb von vier Monaten hob sich die Frau mit der Kontokarte der alten Dame sieben Mal Geld ab, insgesamt 4360 Euro. Wegen gewerbsmäßiger Veruntreuung verurteilte das Amtsgericht Wildeshausen die 31-Jährige jetzt zu zehn Monaten Haft auf Bewährung.

Seniorin zeigt ihre Enkelin an

Einverstanden war die Rentnerin mit der Selbstbedienung der Enkelin nicht. Als ihr der Fall bekannt wurde, erstattete die alte Dame Strafanzeige. Ohne Anzeige wäre es zu keinem Verfahren gekommen – eine Besonderheit bei einem sogenannten „Familiendiebstahl“, wenn Täter und Opfer nahe Angehörige sind.

Oma und Enkelin standen sich nicht nur verwandtschaftlich nahe. Die 31-Jährige fungierte nämlich auch als Betreuerin ihrer Großmutter – eine Aufgabe, die sie, die alleinerziehende Mutter, erstens nur auf Druck der Familie annahm und sie zweitens schnell überforderte.

Behörden-Briefe blieben auch noch unbeantwortet, als ihr Zwangsgelder wegen fehlender Berichte und sogar Ersatzfreiheitsstrafen angedroht wurden. Dann musste auch noch die Betreute ihren Heimplatz verlassen, weil Rechnungen nicht bezahlt wurden.

Pflegeheim kündigt

Nach der Kündigung durch das Pflegeheim musste die Enkelin selbst ihre Großmutter aufnehmen – die Belastung wuchs damit noch einmal, auch wenn sie für die Oma ihren Nebenjob aufgab. Aber weiterhin versäumte sie es, sich Hilfe bei den Behörden zu holen. „Mir wuchs alles über den Kopf“, sagte sie vor Gericht, bezeichnete ihr Verhalten als „Riesenfehler“. Das abgehobene Geld habe sie für sich und die Kinder aber auch für Omas Medikamente genutzt, sagte sie. Die Vorwürfe gegen sie hatte die Angeklagte von Anfang an eingeräumt. Sie arbeite jetzt alles Liegengebliebene auf, will „endlich vernünftig leben“. Die 4360 Euro muss sie zurückzahlen.


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