Buchprojekt an Grundschule Ganderkesee-Führer aus Kindersicht

Von Ole Rosenbohm

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Junge Autoren mit ihren frischgedruckten Büchern. Hinten links Geest-Verlag-Verleger Aalfred Büngen Foto: Ole RosenbohmJunge Autoren mit ihren frischgedruckten Büchern. Hinten links Geest-Verlag-Verleger Aalfred Büngen Foto: Ole Rosenbohm

Ganderkesee. Bemerkenswert fantasiereich sind die Ganderkeseer Grundschüler, die an der Grundschule Lange Straße jetzt an einem 320 Seiten starken Buch mitgearbeitet haben.

Mikas Lieblingsplatz in Ganderkesee ist eine Autowerkstatt. Der Junge geht erst in die vierte Klasse, aber als dort mal die Mechaniker fehlten, hat er eben mitgeholfen, Sommer- gegen Winterreifen oder eine Sicherung auszutauschen – so viel Spaß macht ihm das. Mika gehört zu 217 Kindern der Grundschule Lange Straße, die in dem jetzt vom Geest-Verlag herausgegebenen Buch „In Kinderschuhen durch den Ort“ ihre liebsten Ecken, Häuser, Spiel- oder Bolzplätze in Ganderkesee vorstellen – ein Führer durch Ganderkesee aus Kindersicht. Jeder Ort ist garniert mit einer Geschichte, einer echten oder ausgedachten. Und ausgedacht, erfahren die Leser, am Ende von Mikas Beitrag, sind auch die Erlebnisse als Hilfs-Automechaniker. „Aber ich würde es gerne machen“, schreibt er.

Großer Spaß an kleinen Texten

So viel Spaß Mika an Werkstatt und offensichtlich auch am Schreiben hat, so viel Freude am Wort vermitteln auch die anderen kleinen Texte. Immer wieder etwa tauchen Außerirdische in Ganderkesee auf, bei Tim aus der 3a kommt Werders Max Kruse zufällig vorbei und geht mit dem jungen Autoren Fußball spielen und bei Stine aus der 4b (Lieblingsort Musikschule) tanzen Instrumente zur Zaubermusik.

Stines Klassenkameradin Ina hat ihr Baumhaus im Garten gewählt, gebaut vom Vater und Bruder. Das Haus gibt es, den Baum nicht. „Aber Jan und ich“, schreibt Ina, „wollten unbedingt ein Baumhaus, und deshalb nennen wir dieses Haus auch Baumhaus“. Dort übrigens spielt sie gerne Uno mit einem Eichhörnchen namens Kasimir.

Bemerkenswert fantasiereiche Kinder

Bemerkenswert fantasiereich seien die Ganderkeseer Kinder, findet nicht nur Alfred Büngen vom Geest-Verlag, der das 320 Seiten starke Buch unterstützt, herausgegeben und lektoriert hat. Dienstagabend brachte Büngen die erste Auflage des Buches in die Schule, die diesen Anlass für eine Lesung vor großem Publikum mit Schülern und Erwachsenen in der vollbesetzten Schulaula nutzte.

Oft wurde gelacht an diesem Abend bei den witzigen Texten, Reimen oder Rätseln zu Omas Garten, Falkensteinsee, Eisdiele (in der es einmal sogar gruselig wird) oder Supermarkt. Auch Eltern und Großeltern haben Geschichten beigesteuert. Und die Kinder der ersten Klassen hielten ihre Lieblingsorte in gemalten Bildern fest: Schwimmbad, Bauernhof des Onkels oder einfach Zuhause. Ein „Werk der gesamten Schulgemeinschaft“, sagt Schulleiter René Jonker.

Karte von Ganderkesee beigelegt

Wohin es die Kinder in Ganderkesee allgemein hinzieht, ist in einer beigelegten Karte zu sehen. Das Freibad wird am häufigsten genannt, wohl kein Wunder nach dem langen Sommer. Dazu sei eine Verschiebung zu privaten Orten auffällig, sagt Büngen, der schon viele ähnliche Projekte dieser Art begleitet hat: „Das Zuhause wird wichtiger, die Tendenz geht weg von öffentlichen Orten“, sagt Büngen – die Schaukel also, die Legosammlung, auch der Fernseher.


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