Gewerbegebiet Hockensberg Kreispolitik stärkt Hockensberger Buchenschützer

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Eva-Maria Langfermann, Naturschutzbehörde, hat den Umweltausschuss in Hockensberg über die Gewerbe- und Straßenausbaupläne und über den Zustand der Buchenreihe informiert. Foto: Reiner HaaseEva-Maria Langfermann, Naturschutzbehörde, hat den Umweltausschuss in Hockensberg über die Gewerbe- und Straßenausbaupläne und über den Zustand der Buchenreihe informiert. Foto: Reiner Haase

Hockensberg/Landkreis Oldenburg. Die Umweltpolitiker im Kreishaus stellen sich schützend vor eine markante Buchenreihe in Hockensberg. Straßenbau- und Gewerbeplanungen werden folglich schwierig.

Eines Naturdenkmals ist die Buchenreihe zwischen der Iserloyer Straße und dem Nordrand des geplanten interkommunalen Gewerbegebiet in Hockensberg nicht. Aber sie ist so eindrucksvoll, dass die Kreisverwaltung und die Verwaltung der Gemeinde Dötlingen Möglichkeiten für den langfristigen Erhalt der Bäume erarbeiten sollen. Für diesen doppelten Beschlussvorschlag sind gestern im Kreis-Umweltausschuss alle Finger hochgegangen.

Gutachter warnt vor Baumschäden

Der Doppelbeschluss wirft Probleme auf, sowohl für die Kreis- als auch für die Gemeindeverwaltung. Bei einem Lokaltermin an der Buchenreihe vor der Sitzung des Fachausschusses im Kreishaus hat Bauamtsleiter Dieter Hahn darauf hingewiesen, dass die als Kreisstraße eingestufte Iserloyer Straße seit Jahren dringend saniert werden muss. Im bisherigen Verlauf der Straße werde dabei das Wurzelwerk der Buchen einem Gutachter zufolge mit programmiertem Baumsterben geschädigt.

Radweg fehlt bisher

Nach neuerer Gesetzeslage müssten laut Hahn zwischen der Straße und den Bäumen Leitplanken gebaut werden, die weitere Schäden anrichten. Und dann sei auch noch die Verlängerung des Radwegs bis zur Bundesstraße 213 geplant, der bisher kurz vor der Buchenreihe endet. Die Kreisverwaltung hat deshalb dem federführend mit der Gewerbegebietsplanung beauftragten Rathaus in Dötlingen signalisiert, dass die Buchenreihe aufgegeben und die gemischte Baumreihe auf der anderen Straßenseite aufgewertet werden sollte.

Heimatverein und Nabu für Baumerhalt

Beim Lokaltermin und anschließend im Kreishaus wurde deutlich, dass die Umweltpolitiker an der Seite des Heimatvereins Hockensberg und des Nabu Dötlingen stehen, deren Sprecher Marcus Martens und Marianne Bernhard-Beeskow sich vehement für den Erhalt der 60 bis 90 Jahre alten Buchen einsetzten. Sie beriefen sich auf ein anderes Gutachten, das den Bäumen jahrzehntelanges Überleben attestiert, wenn sie pfleglich behandelt werden.

Alternativtrassen kosten Gewerbeflächen

Alternative Trassen für die Straße oder den Radweg wurden angesprochen, die jeweils Ackerflächen in Anspruch nähmen, die auch an Gewerbebetriebe verkauft werden könnten. Dötlingens Bürgermeister Ralf Spille warf vor Ort ein, dass kaum verkäuflich zugeschnittene Grundstücke übrig blieben. Dem Dötlinger Bauamtsleiter Uwe Kläner zufolge gibt es Vorplanungen für alle möglichen Varianten. Sie sollen den Dötlinger Ratsgremien in Kürze vorgestellt werden. „Wir werden sehen, wie die Politik sich entscheidet“, so Kläner.


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