In Falkenburg heimisch geworden 103-Jährige auf der Suche nach einem neuen Hobby

Von Birgit Stamerjohanns

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Hedwig Oltmanns (Mitte) im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel: Als die heute 103-Jährige auf die Welt kam, gab es noch einen Kaiser. Foto: Birgit StamerjohannsHedwig Oltmanns (Mitte) im Kreise ihrer Kinder, Enkel und Urenkel: Als die heute 103-Jährige auf die Welt kam, gab es noch einen Kaiser. Foto: Birgit Stamerjohanns

Delmenhorst/Falkenburg. Hedwig Oltmanns feiert ihren 103. Geburtstag im Kreis ihrer beiden Kinder, fünf Enkel und sieben Urenkel. Um fit zu bleiben, treibt sie jeden Morgen Frühsport.

„Was mich jung hält ist, nicht zu jammern und immer positiv zu denken“, sagt Hedwig Oltmanns, und ihr Lebensmotto scheint ausgesprochen erfolgreich zu sein. Hedwig Oltmanns hat gerade ihren 103. Geburtstag gefeiert. Das Schönste für sie: Die ganze Familie ist gekommen, um mit ihr zu feiern – ein Enkelsohn reiste mit seiner Tochter extra aus den USA an.

1915 in Westpreußen geboren

Hedwig Oltmanns, geborene Luhm, kam am 23. November 1915 im westpreußischen Gornitz auf die Welt – ein Jahr nach dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Als jüngstes von fünf Geschwistern zog sie mit vier Jahren nach Rethorn. Nach der Schule machte die heute 103-Jährige eine Schneiderlehre: „Für Mode habe ich mich schon als Kind interessiert“, so die Seniorin. Auf einem Schützenfest in Hude lernte sie ihren späteren Mann Heinrich kennen, einen Marinesoldaten. Zwei Tage nach Beginn des Zweiten Weltkriegs heiratete Hedwig Oltmanns. Bereits ein Jahr nach der Hochzeit kam Sohn Reiner auf die Welt, zwei Jahre später Tochter Ursula.

In Falkenburg heimisch geworden

Nach Stationen in Wilhelmshaven und Emden zog die Familie nach Falkenburg. Doch dann starb Ehemann Heinrich im Jahr 1951 an einer Nierenerkrankung, die eine Folge seines Kriegseinsatzes auf See war. Seine Witwe, damals gerade 35 Jahre alt, stand mit zwei kleinen Kindern allein da. Eine harte Zeit. Hedwig Oltmanns arbeitete als Schneiderin, um die Familie zu ernähren. Geheiratet hat sie nie wieder.

Interesse an Mode

Für Mode interessiert sich die 103-Jährige heute noch immer: „Besonders für die royalen Hochzeiten und die Brautkleider!“ Ihre Enkelin Annika Simmel ergänzt: „Meine Oma hat mir immer Ballkleider geschneidert, das war natürlich toll.“ Eine weitere Leidenschaft der Jubilarin: Die Ölmalerei. Bis vor Kurzem hat Hedwig Oltmanns regelmäßig Karten gespielt, leider hat sich die Gruppe aufgelöst – aus Altersgründen. Ihre Mitspieler waren allerdings allesamt jünger als sie. Nun ist Hedwig Oltmanns auf der Suche nach einer neuen Beschäftigung, die den Geist jung hält. Für den Körper tut sie jeden Morgen etwas. Der halbstündige Frühsport sorgt dafür, dass die 103-Jährige noch erstaunlich fit ist. „Sie ist da sehr konsequent und wirklich eisern“, erzählt die Enkelin Annika Simmel.

Hedwig Oltmanns ist übrigens nicht die älteste Delmenhorsterin, die hat nämlich bereits ihren 105. Geburtstag gefeiert. Insgesamt leben in der Stadt acht Personen, die über 100 Jahre alt sind – allesamt Frauen.


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