27-Jähriger verurteilt Faustschläge in Wildeshauser Bar kosten 1000 Euro

Von Ole Rosenbohm

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Das Faustrecht galt in einer Bar in Wildeshausen, Kreis Oldenburg - mit gerichtlichen Folgen für den Schläger. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpaDas Faustrecht galt in einer Bar in Wildeshausen, Kreis Oldenburg - mit gerichtlichen Folgen für den Schläger. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Oldenburg/Wildeshausen. Viel Alkohol, ein gebrochener Zahn und eine blutige Nase – in einer Wildeshauser Bar ging es nachts um vier zur Sache. Das brachte den Angreifer zur Weißglut – und vor Gericht.

Für zwei nächtliche Faustschläge in einer Bar hat ein 27 Jahre alter Mann aus Wildeshausen eine zweimonatige Bewährungsstrafe kassiert. Zudem muss er 1000 Euro an das straffällige junge Menschen betreuende Brücke-Projekt zahlen.

An einem Tisch

Der Vorfall hatte sich vor einem Jahr nach einem Abend mit viel Alkohol um halb vier morgens in einer Wildeshauser Bar ereignet. Beide saßen laut den Aussagen von Zeugen und Beteiligten mit einigen anderen Leuten zusammen an einem Tisch, kannten sich aber nicht und hatten auch so gut wie nicht miteinander gesprochen. Fast unvermittelt die Eskalation: Der 27-Jährige langte über den Tisch und traf das 23 Jahre alte Opfer aus Huntlosen zweimal im Gesicht. Ein Zahn brach, die Nase blutete stark, an einem Auge bildete sich ein Feilchen und aus dem Barbereich herbeilaufende Gäste und Betriebsangehörige sorgten für Tumult.

Pulle Weinbrand

Schuld ist wohl der Alkohol, vermutete die Richterin des Amtsgerichts Wildeshausen. Immerhin hatte der Angeklagte angegeben, etwa eine Flasche Weinbrand intus gehabt zu haben. Anlass für die Schläge aber war wohl auch ein Missverständnis: Der Angeklagte sagte aus, er habe beobachtet, wie das Opfer eine Freundin von ihm bedrängt hatte. Er habe zugeschlagen, um sie zu schützen. Aus den Zeugenaussagen aber geht hervor, dass Opfer und Frau eher miteinander gescherzt hatten als wirklich in Streit geraten zu sein.

Entschuldigung

Der Verurteilte entschuldigte sich während der Verhandlung beim Opfer. Er hatte die Tat von Anfang an eingeräumt. Einfluss auf die Höhe der Strafe wegen vorsätzlicher Körperverletzung hatte aber auch eine einschlägige Vorverurteilung. Bereits 2013 war der Angeklagte wegen gefährlicher Körperverletzung zu sechs Monaten auf Bewährung und 500 Euro Strafe verurteilt worden. Jetzt verdoppelte die Richterin die Geldauflage. Den Antrag der Staatsanwaltschaft, dem Angeklagten zusätzlich ein Anti-Aggressionstraining aufzulegen, lehnte sie aber ab, weil dies für den 27-Jährigen wegen seiner beruflichen Verpflichtungen kaum umzusetzen sei.

Glück hat der Wildeshauser noch, weil das Opfer auf zivilrechtliche Schritte verzichtete.


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