Flüchtlingsheim in Neerstedt angezündet Löschversuch verschont 19-Jährigen vor Schuldspruch

Von Ole Rosenbohm

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Das Gericht konnte dem Angeklagten den Versuch einer Brandstiftung nicht mehr nachweisen. Symbolfoto: dpaDas Gericht konnte dem Angeklagten den Versuch einer Brandstiftung nicht mehr nachweisen. Symbolfoto: dpa

Oldenburg/Neerstedt Über den Versuch einer schweren Brandstiftung am 1. Juli in einer Flüchtlingsunterkunft in Neerstedt hat am Mittwoch das Jugend-Schöffengericht des Amtsgerichts Wildeshausen verhandelt. Feuer gefangen hatte das Gebäude damals zwar nicht. Aber es war wohl knapp davor.

Weil der Angeklagte, ein 19 Jahre alter Ägypter, dann offenbar selber mit Löschaktivitäten begann, konnte ihm das Gericht den Versuch einer Brandstiftung nicht mehr nachweisen und sprach ihn frei.

Der 19-Jährige hatte, so die Anklage, einen ganzen Haufen Kleidungsstücke in einem Küchenofen mit Scheibe verbrannt. Es waren so viele, dass die Flammen in den Raum hinein schlugen. Zudem kokelten auf dem Boden weitere Kleidungsstücke, zum Teil sollen sie bereits in Flammen gestanden haben. Möglicherweise hatte der junge Mann schon feuergefangene Sachen aus dem Ofen gezogen – eine, im wahrsten Wortsinn, brandgefährliche Situation.

Wasser auf die Brandherde geschüttet

Vom nach draußen herausquellenden schwarzen Rauch wurde ein Nachbar aufmerksam, der in Haus und Küche eindrang und begann, die Feuer zu löschen. Zeitgleich hatte auch der Angeklagte begonnen, Wasser auf die Brandherde zu schütten. Gemeinsam löschten sie den Brand, die Feuerwehr musste nicht mehr eingreifen. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus: Ohne die Löschaktivitäten wäre das ganze Haus in Flammen aufgegangen.


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