Reaktion auf Kritik von Fraktionen Heckencenter in Ganderkesee für Experte Müller einmalig in Europa

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Georg Müller aus Ganderkesee kämpft seit fast 40 Jahren für das Überleben der Wallhecken. Für ihn hätte das geplante Heckenzentrum in der Gemeinde Ganderkesee eine Ausstrahlungskraft über die Landesgrenzen hinaus. Archivfoto: NDRGeorg Müller aus Ganderkesee kämpft seit fast 40 Jahren für das Überleben der Wallhecken. Für ihn hätte das geplante Heckenzentrum in der Gemeinde Ganderkesee eine Ausstrahlungskraft über die Landesgrenzen hinaus. Archivfoto: NDR

Ganderkesee. Ganderkesees Heckenexperte Georg Müller wehrt sich gegen die Kritik einiger Fraktionen an dem geplanten Heckencenter in Birkenheide in der Gemeinde Ganderkesee. Er betonte, das Projekt habe Ausstrahlungskraft über die Landesgrenzen hinaus und sei einmalig für Europa.

Mit umfangreichen Informationen an Bürgermeisterin Alice Gerken und die Ganderkeseer Ratsmitglieder hat der Ganderkeseer Heckenexperte Georg Müller jetzt auf die kritischen Äußerungen seitens der CDU, der FDP, der UWG und der Freien Wähler zum geplanten Heckencenter in Birkenheide bezüglich der Kosten, des Konzepts und des Standorts reagiert. Er verteidigt das Projekt und weist darauf hin, dass das Wissen über unser Kulturlandschaftserbe, zu dem er auch Feldeinfriedungen wie Wälle, Hecken und Wallhecken zählt, kurz davor sei, verloren zu gehen. Dem gelte es entgegenzutreten. Das sei aber durch ein Zentrum beziehungsweise durch ein Freilichtmuseum für europäische Hecken und sonstige Einfriedungen, „das das gesamte Wissen an einem Ort darstellen und weitervermitteln kann“, möglich. Müllers Kommentar: „Das Ganderkeseer Heckencenter ist einmalig und außergewöhnlich für Europa.“

Müller verweist auf Förderungen

Für dieses Vorhaben sind derzeit im Haushaltsentwurf für das nächste Jahr 400.000 Euro eingestellt. Im Jahr 2021 sollen 150.000 Euro hinzukommen. Müller wies aber darauf hin, dass die Gemeindeverwaltung Anträge gestellt habe, wonach das Projekt einschließlich des Kaufs des Grundstücks an der Dummbäke mit 50 bis 65 Prozent bezuschusst werden könne. Im Übrigen betont der Heckenexperte, dass ein überregional ausstrahlendes Center nicht mit nur sehr knappen finanziellen Mitteln errichtet werden könne.

„Tourismusmagnet und Wirtschaftsfaktor“

Das Heckencenter wäre nicht nur ein Tourismusmagnet und damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Gemeinde durch Mehreinnahmen für Hotels und Gastronomie, Einzelhandel und Kulturinstitutionen. Es würde auch ein attraktiver Anziehungsort unter anderem für Fachleute aus dem In- und Ausland sein.

Die Pläne im Detail

Was in dem Hecken-Museum aus seiner Sicht alles geplant werden und zu sehen sein soll, beschreibt Müller durch zahlreiche Details. Hier ein Auszug:

• Es sollen im geplanten Center zentral möglichst alle Wall- und Heckenstile Europas angelegt werden. Und es soll durch Informationstafeln und -schriften das vorhandene Wissen darüber vermittelt werden.

• Es soll ein Zentrum sein, in dem dieses bäuerliche Kulturlandschaftserbe gezeigt und erhalten sowie gefördert werden soll.

• Es soll die große Bedeutung der Feldeinfriedungen für den Natur- und Landschaftsschutz hervorgehoben und vermittelt werden.

• Es soll ein Begegnungs-, Wissens-, Zukunfts-, Lern-, Kommunikations- und Erinnerungsort sein, an dem dargestellt, vermittelt und ausgetauscht wird.

• Es soll durch die Zentralisierung ermöglicht werden, dass ein direkter Vergleich der einzelnen Heckentypen gegeben ist.

• Es soll ein Ausbildungs- und Anregungsort sein, um das bäuerliche Kulturerbe, weiterzugeben und damit zu erhalten.

• Es soll ein Ort der Erholung und Inspiration sein, in dem innegehalten werden kann und zugleich zum Nachdenken und zum Nachmachen angeregt wird.

• Dieses Zentrum soll sich nahtlos in die Natur einfügen, ohne dass dadurch nicht notwendige Versiegelungen beispielsweise für Parkplätze vorgenommen werden.

• Es sollte die Möglichkeit von Erweiterungen vorhanden sein, falls sich diese Notwendigkeit einmal stellt.

• Es soll für die Gemeinde Ganderkesee ein Alleinstellungsmerkmal sein, wodurch sich die Gemeinde deutlich abhebt und mit diesem Zentrum weit über die Landesgrenzen hinaus ausstrahlt.


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