Vortrag über Grundwasserbelastung Nitrat-Grenzwerte im Kreis Oldenburg um das Sechsfache gesprengt

Die Untere Naturschutzbehörde sieht die Landwirtschaft als Hauptverursacher für die hohen Nitratwerte im Grundwasser. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpaDie Untere Naturschutzbehörde sieht die Landwirtschaft als Hauptverursacher für die hohen Nitratwerte im Grundwasser. Symbolfoto: Patrick Pleul/dpa

Grüppenbühren. Die Untere Wasserbehörde schlägt Alarm: Sie verwies bei einer Vortragsveranstaltung in Grüppenbühren auf zu hohe Nitratwerte im Grundwasser. Die beiden Referenten stellten die Ergebnisse nach den jüngsten Brunnenuntersuchungen vor.

Hauptverursacher für das mit krebserregendem Nitrat verunreinigte Grundwasser ist die Landwirtschaft. Das haben Jutta Benken und Gerrit Finke von der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Oldenburg bei einer Vortragsveranstaltung des Verein

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Extrem hoher Wert in Ganderkeseer Brunnen

Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat auch der VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die bei einer Infoveranstaltung am 25. September in Ganderkesee abgegeben wurden. In jeder vierten untersuchten Probe habe die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter gelegen. Das hat Harald Gülzow, Projektleiter aus dem Raum Ganderkesee-Delmenhorst, mitgeteilt, der eigenen Angaben zufolge insgesamt 40 Wasserproben für die Untersuchung angenommen hatte.

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei den Untersuchungen 251 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Ganderkesee. Weitere mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die Umweltschützer in Bergedorf mit 58 Milligramm pro Liter (mg/l), in Immer mit 65 mg/l und in Groß Ippener mit 79 mg/l fest. Das Wasser ist laut Gülzow wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet.

Ein Grund für die hohen Belastungen sei die intensive Landwirtschaft, erklärte Gülzow weiter. Diese habe sich in den vergangenen zehn Jahren immer weiter ausgebreitet. Gleichzeitig habe die umweltverträglichere Form der Landwirtschaft – der ökologische Landbau – kaum wachsen können. Hier müssten vor allem die Verpächter handeln. Der VSR-Gewässerschutz rät Gemeinden, Kreisen und Kirchengemeinden dazu, ihre landwirtschaftlichen Flächen in Zukunft nur noch ökologisch bewirtschaften zu lassen.

Besonders wichtig sei außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird. Es bestehe die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. ken

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