Haft nach Tat in Großenkneten Am Handy gespielt: Frau sticht auf Lebensgefährten ein

Von Ole Rosenbohm

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Weil ihr Lebensgefährte an ihrem Handy herumfummelte, hat eine 41 Jahre Frau aus Großenkneten in ihrer Wohnung ihren Partner mit einer Messerattacke fast lebensgefährlich verletzt. Symbolfoto: Uli Deck/dpaWeil ihr Lebensgefährte an ihrem Handy herumfummelte, hat eine 41 Jahre Frau aus Großenkneten in ihrer Wohnung ihren Partner mit einer Messerattacke fast lebensgefährlich verletzt. Symbolfoto: Uli Deck/dpa

Oldenburg/ Großenkneten. Weil ihr Lebensgefährte an ihrem Handy herumfummelte, hat eine 41 Jahre Frau aus Großenkneten in ihrer Wohnung ihren Partner mit einer Messerattacke fast lebensgefährlich verletzt.

Der Anlass banal, die Folgen heftig: Das Schwurgericht am Landgericht Oldenburg verurteilte die Frau jetzt zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und ordnete eine zwei Jahre lange Unterbringung in einer Alkohol-Entzugsklinik an.

Zwei Messer und ein Hackebeil unterm Kopfkissen

Die Tat spielte sich am 27. Mai ab. Beide hatten sich heftig betrunken – wie so oft. Und beide waren – wie so oft – in Streit geraten. Gefährlich. Denn die psychisch gestörte 41-Jährige bewahrte unter ihrem Kopfkissen gleich zwei Messer und ein Hackebeil auf, wohl, weil sie unter Angstzuständen leidet. Mit einem der Messer, berichtete ein weiterer Zeuge, der damals auch im Zimmer war, stürzte sie sich auf ihren Partner, traf ihn in seine hintere, rechte Schulter, drei bis fünf Zentimeter tief. Den zweiten Stich aufs Herz konnte er mit der Hand abwehren, erlitt dort einen langen Schnitt.

Täterin hatte 2,5 Promille Alkohol intus

2,5 Promille Alkohol hatte die Angeklagte zur Tatzeit intus. Erinnern könne sie sich an nichts, wollte den Vorfall aber auch nicht bestreiten. Um die Unterbringung in der Entzugsklinik bat sie selber: „Ich möchte die Chance ergreifen und mir helfen lassen.“

Der Lebensgefährte versuchte noch, sie zu entlasten, machte dabei einen verheerenden Eindruck: Die Messer würden ihm gehören, seine Partnerin habe nie die Absicht gehabt, ihn zu töten, es sei ja nichts passiert. Seine Verletzungen? Nur ein kleiner Schnitt. Der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann, ohnehin schon ungehalten, weil der Zeuge erst seine Mütze auf den Boden warf, dann zur Begrüßung nicht aufstehen wollte, mehrmals den Richter unterbrach und offensichtlich angetrunken war, bewertete seine Aussagen deutlich: „Falschaussagen, ganz klar.“ Vermutlich wartet auf den Mann jetzt ein Verfahren.

Zufall, dass die Verletzungen so gering ausfielen

Das Schwurgericht sprach ein Urteil wegen gefährlicher Körperverletzung. Der zunächst angeklagte versuchte Totschlag war mit der Aussage des Rechtsmediziners aus dem Spiel, der trotz Blutverlusts keine Lebensgefahr beim Opfer gesehen hatte. Glück gehabt: Es sei bloßer Zufall gewesen, dass die Verletzungen so gering ausgefallen waren, sagte die Staatsanwältin, die genau das Strafmaß beantragte.


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