Lego-Mindstorms-AG in Bookholzberg Mit Kampfrobotern für die digitale Zukunft fit werden

Von Birgit Stamerjohanns

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Jan-Ole Schrader (rechts) und seine Schulkameraden bringen den Robotern in Bookholzberg das Laufen, Fahren und Kämpfen bei. Foto: Birgit StamerjohannsJan-Ole Schrader (rechts) und seine Schulkameraden bringen den Robotern in Bookholzberg das Laufen, Fahren und Kämpfen bei. Foto: Birgit Stamerjohanns

Bookholzberg. Spielend Progammieren lernen: Jan-Ole Schrader kennt sich damit schon besser aus als sein Lehrer. Die Gemeinde Ganderkesee fördert das Projekt in Bookholzberg mit vier Robotern.

Jan-Ole Schrader sitzt vor einem Laptop, klickt verschiedene Symbole auf dem Bildschirm an, verschiebt sie, ordnet sie neu. Die Geschwindigkeit, mit der er das tut, verrät: Der Achtklässler kennt sich aus. Mit Computern, und auch mit deren Programmierung.

„Eigentlich ist das Programm schon für Sechsjährige geeignet“, findet Jan-Ole. Er selbst hat einen Lego-Mindstorms-Roboter vor einem knappen Jahr geschenkt bekommen – zu Weihnachten. Seitdem ist Jan-Ole zum Programmier-Profi geworden.

Mindstorms-AG gegründet

Mittlerweile hat er sogar eine Mindstorms-AG an seiner Schule gegründet. Seit den Sommerferien konstruieren Jan-Ole, 13 andere Jungen und ein Mädchen gemeinsam Roboter. „Jan-Ole ist auf mich zugekommen und hat gefragt, ob ich nicht mit ihm gemeinsam diese AG anbieten könnte“, erinnert sich Tobias Schüler, Lehrer an der Schule an der Ellerbäke. Über so viel Engagement konnte der Pädagoge nur staunen – und er war von der Idee begeistert.

Jan-Ole kennt sich viel besser aus

Tatsächlich kenne sich Jan-Ole viel besser mit dem Programmieren aus als er selbst, gibt Lehrer Schüler zu. Die Mindstorms-Roboter sind mit Motoren und Sensoren ausgestattet und lassen sich beispielsweise als Fahrzeug, Roboterfigur oder Gitarre zusammenbauen. Außerdem lassen sie sich relativ einfach programmieren.

An diesem Mittag zum Beispiel hat Tobias Schüler den AG-Teilnehmern die Aufgabe gegeben, eine Klangmaschine zu konstruieren. Also müssen sie ihrem Roboter beibringen, ein Geräusch von sich zu geben oder mechanisch einen Ton zu erzeugen. Die meisten Schüler hatten noch nie programmiert, bevor sie die AG gewählt haben. Daher gehen die Aufgaben nicht allen so leicht von der Hand wie Jan-Ole Schrader.

Kampfroboter finden alle Schüler toll

Einig sind sich die Teilnehmer aber, was sie am liebsten programmieren: „Kampfroboter, die sich verfolgen, finden alle Schüler besonders toll“, so Tobias Schüler. Viele Jugendliche spielen einfach gern mit Lego, aber Tobias Schüler ist auch wichtig, dass sie bei der AG etwas über Technik und Programmierung lernen. Er freut sich über vier Roboter, die die Gemeinde Ganderkesee angeschafft hat und ohne die das Projekt nicht möglich wäre.

Chancen für den Fachunterricht

Schüler sieht auch Chancen für den Fachunterricht: „Die Roboter sind beispielsweise mit Sensoren ausgestattet, das lässt sich auch für den Physikunterricht nutzen“, meint der Pädagoge. Informatik steht an der Oberschule in der 9. Klasse auf dem Stundenplan, auch dabei kann Lego Mindstorms zum Einsatz kommen. „Ich finde es wichtig, da am Ball zu bleiben“, so der Pädagoge, „wenn sich die Schüler für das Programmieren interessieren, sollte das auch gefördert werden.“

Jan-Ole will nach der Schule übrigens kein Programmierer werden. Elektriker, Tischler oder Modellbauer kommen für den 14-Jährigen in Frage – entschieden hat er sich aber noch nicht.


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