Ermittler sagt sechs Prozesstage aus Urteile in Prozess um Wildeshauser Einbruchsserie nahen

Von Ole Rosenbohm

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62 Taten sind angeklagt, in Wirklichkeit wurden wohl noch viel mehr ausgeführt. Symbolfoto: David-Wolfgang Ebener/dpa62 Taten sind angeklagt, in Wirklichkeit wurden wohl noch viel mehr ausgeführt. Symbolfoto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Oldenburg/Wildeshausen. Genau um 11.46 Uhr hat der Vorsitzende Richter Horst Kießler am Landgericht Oldenburg am Dienstag erlösende Worte verkündet: „Dann wären wir jetzt durch.“

Gerichtet waren sie vor allem an den polizeilichen Hauptermittlungsführer, Zeuge im Prozess um eine fast beispiellose Einbruchsserie mit 62 angeklagten und in Wirklichkeit wohl noch viel mehr ausgeführten Taten, vor allem begangen von einem 47-Jährigen aus Hannover.

Mitangeklagt ist ein 49-Jähriger. Auch zwei im Ausland befindliche 45-Jährige sollen mit zur Bande gehören. Alles Serben.

Täter auch in Harpstedt und Wildeshausen unterwegs

Auch in Wildeshausen und Harpstedt sollen sie in Häuser eingestiegen sein.

Der Polizist hat bis jetzt gute 30 Stunden von seinen Ermittlungen berichtet – Fall für Fall, garniert mit unzähligen Handy- und Navigationsgerät-Auswertungen, mit sekundengenauen Angaben von Telefonaten, mit Fotos des Observationsteams, Spurensicherungen.

Zwei volle Verhandlungstage sagte er im Juli aus. Dann musste der Prozess abgebrochen und neu angesetzt werden, weil ein Schöffe erkrankte. Weitere zwei Tage im September folgten – quasi die Wiederholung seiner Juli-Aussagen. Zwischendurch sagten 50 Einbruchsopfer aus, dann vergangene Woche und am Dienstag die vermutlich letzten beiden Aussagetage des Ermittlers.

Wohl 62 Straftaten begangen

Der Mann berichtete auch von den letzten Einbrüchen des Duos: 16. Dezember 2017, Fallakte 62. In Wolfsburg soll es zunächst wie immer gelaufen sein: Der 47-Jährige blieb im Auto, der 49-Jährige strich durch Siedlungen, verschwand auf Grundstücken mit unbeleuchteten Häusern. Er stieg auch ein, stahl wieder Schmuck. Als er fertig war, folgte der kurze Anruf an den mutmaßlichen Komplizen im Auto, wenig später stieg er zu.

Doch diesmal wurden beide von aufmerksam gewordenen ortsansässigen Polizisten verfolgt . Die wussten nichts von den Ermittlungen der Cloppenburger Soko „Türkette“, natürlich auch nicht vom längst vorbereiteten Zugriff, geplant für vier Tage später durch ein Einsatzkommando. Die Polizisten kontrollierten, fanden beim 49-Jährigen Schmuck und verhafteten beide.

Der Haupttäter, der angab, den einschlägig vorbestraften 49-Jährigen nur flüchtig zu kennen, kam zwar wieder auf freien Fuß, war aber nun alarmiert. Er machte nichts mehr und holte auch nicht, wie von den ihn überwachenden Ermittlern erhofft, seine früheren Kumpane aus Serbien nach Hannover. Verhaftet wurde er erst am 31. Januar.


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