Bürgermeisterin reagiert auf Fragenkatalog Antworten zum Bauen am Heuweg in Heide reichen Verein nicht

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Die Diskussionen um mögliches Bauland am Heuweg in Heide halten an. Archivfoto: Thomas DeekenDie Diskussionen um mögliches Bauland am Heuweg in Heide halten an. Archivfoto: Thomas Deeken

Heide. Nächster Versuch des Vorsitzenden des Bürgervereins Heide-Schönemoor, Hinnerk Twietmeyer: Weil er von Bürgermeisterin Alice Gerken zu wenige Antworten auf zahlreiche Fragen zum Bebauungsplan 252 am Heuweg in Heide erhalte habe, fordert er eine Nachbearbeitung seitens der Bürgermeisterin.

„Wir sind unzufrieden, weil die Bürgermeisterin viele unserer Fragen zum Bebauungsplan 252 am Heuweg in Heide nicht beantwortet hat.“ Das hat Hinnerk Twietmeyer, Vorsitzender des Bürgerverein Heide-Schönemoor, gegenüber unserer Zeitung betont. Damit bezieht er sich auf ein Schreiben von Alice Gerken, in dem sie auf einen umfangreichen Fragenkatalog des Vereinsvorstands reagiert hat. Ausreichend sei das aber nicht, so Twietmeyer. Ihn ärgere vor allem, dass Gerken bereits vorab am 31. Mai dieses Jahres in einem ersten Schreiben über die Sorgen der Bürger informiert worden sei. „Und da erwarte ich, dass sie auch darauf eingeht“, so Twietmeyer, der jetzt einen weiteren Versuch gestartet hat: Er bittet die Bürgermeisterin um Nachbearbeitung. Nach Angaben von Gemeindesprecher Hauke Gruhn ist der Brief auch im Rathaus angekommen. Eine Reaktion gab es noch nicht.

Umfangreichen Fragenkatalog im Juni abgeschickt

Mitte Juni hatte der Vereinsvorsitzende schriftlich jede Menge Fragen formuliert und an die Verwaltungschefin sowie an die Mitglieder des Rates geschickt. Ganz besonders wichtig seien ihm dabei Antworten gewesen auf Fragen wie „Ist die Aufstellung eines Bebauungsplans ohne den Flächenerwerb durch die Gemeinde möglich?“, „Was macht diese Fläche zur geeigneten Fläche für soziales Wohnen?“, „Warum will sich die Gemeinde hier als Zwischenhändler betätigen oder will sie selbst die Wohnungen bauen und betreiben?“ und „Kann ein privater Verkäufer oder ein Investor nicht auch zum Bau von öffentlich geförderten Wohnungen verpflichtet werden, ohne dass die Gemeinde als Zwischenhändler auftritt?“. Darauf habe es keine Antworten gegeben.

Twietmeyer fragt nach Masterplan und Ausgleichsflächen

Twietmeyer moniert außerdem, dass die Verwaltung keine Zahlen zum möglichen Bauland am Heuweg und keine näheren Infos zu den Ganderkeseer Baugebieten und zur Verteilung der sozial geförderten Wohnungen gegeben habe. Außerdem hätte er gerne gewusst, ob es überhaupt einen Entwicklungsplan gibt. „Ich würde gerne mal einen Masterplan sehen, auf dem zu erkennen ist, wo in der Zukunft in der Gemeinde gebaut werden soll“, erklärt Twietmeyer, der darüber hinaus sehr gerne wüsste, wo denn die Ausgleichsflächen für die Baugebiete in der Gemeinde seien.

„Inflationäre Ausweisung von Baugebieten“

Der Vereinschef beklagt außerdem die „inflationäre“ Ausweisung von Baugebieten in der Gemeinde. Und er betont, wie wichtig es sei, den Willen der Bevölkerung zu berücksichtigen und keine sozialen Brennpunkte zu schaffen.

Die Bürgermeisterin hatte Twietmeyer nach der Sommerpause am 23. August in einem zweiseitigen Brief geantwortet und darauf hingewiesen, dass viele Fragen zum gegenwärtigen Stand des Aufstellungsverfahrens noch gar nicht konkret beantwortet werden könnten. Daher habe sie sich auf eine Reihe von wichtigen, grundsätzlichen Ausführungen beispielsweise zu Bebauungsplänen, Partner bei der Realisierung der Planung und Wohnraumversorgung beschränkt. Sie verwies außerdem auf Internetveröffentlichungen des Landesamts für Statistik Niedersachsen, wo auch Zahlen und Daten über die Gemeinde Ganderkesee zu finden sind. Und sie bittet um Geduld: Denn sollte es – wie nach dem Baugesetzbuch vorgeschrieben – zur öffentlichen Auslegung des Bebauungsplanentwurfs kommen, werde auch die Gelegenheit gegeben, Anregungen zu der Planung vorzubringen.

Twietmeyer ungeduldig

Diese Geduld will Twietmeyer allerdings wohl nicht aufbringen. Sein Kommentar: „Wir werden nicht warten, bis die Planung in eine Form gegossen ist, die Veränderungen, wie sie die Bürger wünschen, nicht mehr zulassen.“

„Baugebiet Schulweg/Ecke Heuweg passt besser“

Twietmeyer ist eigenen Angaben zufolge nicht generell gegen ein Baugebiet am Heuweg. Es gehe ihm allerdings um das Wie. Im Übrigen favorisiere er die Idee der Sozialdemokraten, die vor Kurzem ein Baugebiet am Schulweg/Ecke Heuweg vorgeschlagen hatten. Dort gebe es bereits eine Infrastruktur. „Alles ist vorhanden und anbindbar“, so der Vereinsvorsitzende.


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