Müllabfuhr im Landkreis Oldenburg Kleines Sammelfahrzeug lässt Müllgebühr steigen

Meine Nachrichten

Um das Thema Ganderkesee Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Schon im August hatte die Firma Heinemann, die im Auftrag des Landkreises auch in der Gemeinde Ganderkesee für die Entsorgung zuständig ist, in Hoyerswege ein neues Fahrzeug erprobt. Das Bild zeigt Niklas Kalkhoff, Auszubildender der Firma Heinemann, bei einer Vorführung des Müllwagens. Archivfoto: Thomas DeekenSchon im August hatte die Firma Heinemann, die im Auftrag des Landkreises auch in der Gemeinde Ganderkesee für die Entsorgung zuständig ist, in Hoyerswege ein neues Fahrzeug erprobt. Das Bild zeigt Niklas Kalkhoff, Auszubildender der Firma Heinemann, bei einer Vorführung des Müllwagens. Archivfoto: Thomas Deeken

Landkreis Oldenburg Der Landkreis Oldenburg braucht für die Müllabfuhr in engen Wohnstraßen mindestens ein kleines Fahrzeug. Die Anschaffung schlägt sich in höheren Gebühren für alle Haushalte nieder.

Klein einsteigen – das gilt bei der Müllabfuhr im Landkreis Oldenburg künftig gleich doppelt. Kleiner Einstieg Nummer eins: Der Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschuss hat am Dienstagabend einstimmig für den Erwerb eines neuen Müllautos votiert, obwohl mit zwei zusätzliche Fahrzeugen mehr Komfort für mehr Bürger erreicht würde. Kleiner Einstieg Nummer zwei: Neben einem herkömmlichen Sammelfahrzeug wirkt die Neuanschaffung fast wie ein Spielzeugauto. Es fasst maximal zehn bis zwölf Kubikmeter Abfall. Ins herkömmliche Fahrzeug passen 25 Kubikmeter und mehr.

Unfällen vorbeugen

Die Kleinheit hat Gründe. In erster Linie ist eine noch recht junge Unfallverhütungsvorschrift zu nennen, der zufolge Müllfahrzeuge grundsätzlich nicht mehr rückwärts fahren dürfen, allemal, wenn sie, wie im Landkreis üblich, nur mit dem Fahrer besetzt sind und kein Einweiser zur Verfügung steht. Beim Durchzählen hat die Entsorgungsfirma Heinemann festgestellt, dass es im Landkreis 472 Sackgassen und Stichstraßen mit 2500 Haushalten gibt, die mit den großen Fahrzeugen nicht mehr angesteuert werden dürfen, weil ausreichend große Wendeplätze fehlen. Das kleine Fahrzeug kommt in den meisten Fällen durch, weil es wendiger ist und einen Beifahrer und Lader an Bord hat, dem das Einweisen bei einmaligem Vor- und Zurücksetzen trotz verschärfter Unfallverhütungsvorschrift gestattet ist. Das hat die Firma Heinemann im Sommer mit einem 7,5-Tonner und einem 15-Tonner getestet.

Kreuz und quer durch den Kreis

Laut Kreisverwaltung wäre es optimal, wenn der Fuhrpark der Abfallwirtschaft um je eines der kleineren Fahrzeugvarianten aufgestockt würde. Das schlüge mit 400000 Euro Anschaffungskosten, mehr Personalaufwand zu Buche. Auch mehr Materialverschleiß ist einzukalkulieren. Die kleinen Fahrzeuge müssen häufiger entleert werden, und die Wohnquartiere mit den engen Straßen lassen sich schwerlich zu Abfuhrbezirken zusammenfassen. Die Fahrzeuge fahren laut Amtsleiter Dieter Hahn kreuz und quer durch den Landkreis, um alle Quartiere mit engen Straßen zu erreichen.

Einstieg mit einem Fahrzeug

Die Kreisverwaltung hat für die Variante mit zwei kleinen Fahrzeugen eine Erhöhung der Müllgebühren um sieben Euro pro Haushalt und Jahr ausgerechnet, damit die Abfallwirtschaft kostendeckend bleibt, wie es der Gesetzgeber vorschreibt. Vor diesem Gebührensprung, der alle Haushalte beträfe, ist der Fachausschuss zurückgeschreckt. Er plädiert einstimmig für den Einstieg mit einem kleinen Fahrzeug und einem Anstieg der Müllgebühren um 3,50 Euro.

Tonnenrollen programmiert

Der Erwerb eines kleinen Sammelfahrzeugs wird laut Kreisverwaltung allerdings in kreisweit 208 Straßen mit 1200 Haushalten die Einbuße des Komforts bedeuten, die Tonnen vor der Haustür abgeholt zu bekommen. Vielmehr müssen die Tonnen dort zu Sammelplätzen gerollt werden. Die laut Rechtsprechung maximale Distanz von 100 Metern wird mancherorts ausgeschöpft. „Bürgerproteste … sowie Klagen gegen dieses Vorgehen (werden) die Folge sein“, prophezeit die Kreisverwaltung.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN