Filmemacher Bernd Vieregge Blick auf Ganderkeseer Schafe und Lämmer

Von Birgit Stamerjohanns

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Filmemacher Bernd Vieregge (links) hat zum Kulturkino auch den Schäfer Karl-Heinz Becker eingeladen, den er mit der Kamera begleitet hatte. Foto: Birgit StamerjohannsFilmemacher Bernd Vieregge (links) hat zum Kulturkino auch den Schäfer Karl-Heinz Becker eingeladen, den er mit der Kamera begleitet hatte. Foto: Birgit Stamerjohanns

Ganderkesee. An diesen Sonntagvormittag vor gut zwei Jahren erinnert sich der Ganderkeseer Bernd Vieregge noch ganz genau. Seine Frau kam nach Hause und erzählte ihm, sie habe gerade einen Schäfer mit seiner Herde auf dem Trendelbuscher Weg gesehen.

Hobbyfilmer Vieregge überlegte nicht lange, schnappte sich seine Kamera, stieg aufs Fahrrad und machte sich auf die Suche nach dem Schäfer.

Karl-Heinz Becker war auch nicht zu übersehen – seine Herde bestand aus rund 400 Tieren. Die beiden kamen ins Gespräch und Schäfer Becker erklärte sich bereit, als „Filmstar“ vor der Kamera zu stehen. So entstand ein gut 30-minütiger Film über seine Arbeit als Schäfer.

Film über Schäfer Karl-Heinz Becker

Am Montag zeigte Bernd Vieregge sein Werk im Kulturkino Ganderkesee. Außerdem war ein weiterer Film über Karl-Heinz Beckers Schafe und deren Lämmer zu sehen.

„Karl-Heinz ist ein toller Filmstar“, so Bernd Vieregge über seinen Protagonisten, mit dem er sich mittlerweile angefreundet hat. Der Ganderkeseer Schäfer hält seine Schafe mehr oder weniger als Hobby. Geld verdienen lässt sich mit der Aufzucht der Tiere und dem Verkauf der Wolle kaum.

Außerdem leben auf seinem Hof Ziegen, Gänse und Hühner. Mit 14 Jahren hat sich Karl-Heinz Becker sein erstes Schaf gekauft, und im Laufe der Jahre wurden es immer mehr: „Ich kann einfach nicht ohne“, gibt der Rentner zu. Auch wenn die Tiere jede Menge Arbeit machen, was im Film durchaus mitzuerleben ist.

Schäfer muss stets frische Weiden finden

Der Schäfer muss stets frische Weiden für seine Tiere finden.

Im Umkreis von 25 bis 30 Kilometer rund um Ganderkesee lässt er seine insgesamt fünf Herden grasen. Oft werden die Tiere als Landschaftsschützer eingesetzt. Sie halten das Gras kurz und verdichten beispielsweise Deiche.

Ein Unterfangen ist es allerdings, die Schafe erst einmal auf die Flächen zu treiben. Im Film ist zu sehen, wie Teile der Herde in Vorgärten verschwinden oder plötzlich auf Weiden stehen, auf denen sie nichts zu suchen haben. Hütehund „Jessy“ ist seinem Herrn auch nicht immer eine Hilfe: „Jetzt geh da ran!“, hört man Schäfer Karl-Heinz Becker mehr als einmal brüllen.

Mit anderen Worten: Ein Hütehund muss seiner Herde auch einmal deutlich sagen, wo es langgeht. Notfalls mit den Zähnen.

Lämmerzeit im Mai

Im zweiten Film des Abends geht es um den Nachwuchs: Bernd Vieregge hat die Lämmerzeit im Mai mit seiner Kamera begleitet. Niedliche Aufnahmen der tapsigen Tierkinder ziehen sich durch den Film, aber auch die Sorgen des Schäfers: Gelegentlich kommt es zu Totgeburten oder es werden Tiere von der Weide gestohlen.

Filmemacher Vieregge wird bereits Ende Januar seinen neusten Streifen präsentieren. Dann wird es aber nicht um Tiere gehen, sondern um eine Reise ins südspanische Málaga.


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