Infoveranstaltung in Ganderkesee Was tun, wenn die Eltern pflegebedürftig werden?

Von Biljana Neloska

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Was passiert, wenn die Eltern zum Pflegefall werden? Symbolfoto: Colourbox.deWas passiert, wenn die Eltern zum Pflegefall werden? Symbolfoto: Colourbox.de

Ganderkesee. Was passiert, wenn die Eltern zum Pflegefall werden? Darüber soll nächstes Jahr ein Vortrag aufklären. Wegen des großen Andrangs kann man sich schon jetzt dafür anmelden.

„Welche Verpflichtungen haben Kinder, wenn Eltern zum Pflegefall werden?“ – zu diesem Thema informiert Anwältin Karin Schulze regelmäßig in Vorträgen. Am 12. März kommenden Jahres soll es dazu eine weitere Veranstaltung in Ganderkesee geben.

Vor allem deswegen, weil „wir gemerkt haben, dass es da einen sehr großen Bedarf gibt. Also muss man es organisiert bekommen, dass so ein Bedarf befriedigt wird“, sagt Erika Lisson vom Seniorenbeirat Ganderkesee. Denn Karin Schulze hatte bereits Mitte September einen Vortrag an der regioVHS gehalten. Die Teilnehmerzahl war damals innerhalb kürzester Zeit belegt, teilte die regioVHS mit. Also wurde ein zusätzlicher Termin für Ende November angesetzt. Auch dieser Vortrag war in kürzester Zeit ausgebucht.

Brisantes Thema

Um Interessierten eine weitere Alternative bieten zu können, habe sich der Seniorenbeirat zusammen mit der regioVHS um noch einen Termin bemüht. „Wir haben sofort reagiert, weil es so einen großen Andrang gab und wir wissen, wie schwer es ist, diese Informationen zu bekommen“, sagt Lisson. In vielen Familien herrsche eine große Unsicherheit darüber, was für finanzielle Belastungen tatsächlich auf die Angehörigen zukommen würden. Deswegen gebe es auch so einen großen Andrang bei diesen Infoveranstaltungen.

Erika Lisson rät dazu, dass sich die Menschen rechtzeitig informieren. Foto: Biljana Neloska

Das Thema werde durch die demografische Entwicklung immer brisanter, immer mehr Menschen seien betroffen und würden dem oftmals hilflos gegenüberstehen, wüssten nicht, wie sie sich verhalten dürfen, erklärte Karin Schulze. „In den Vorträgen versuche ich, allgemein verständlich ins Thema einzuführen und ein Bewusstsein für die Einzelprobleme und Gestaltungsmöglichkeiten zu wecken. Ich nehme vielen Menschen existenzielle Ängste, weise aber stets darauf hin, dass die Forderungen der Ämter sehr ernst genommen werden müssen“, betonte Schulze. Sie erkläre dabei beispielsweise, warum es wichtig sei, sich gegebenenfalls rechtzeitig vom Spezialisten für Elternunterhalt beraten zu lassen. Denn oft gebe es legale gestalterische Möglichkeiten.

„Rechtzeitig informieren“

„Wir wollen keine Angst machen. Es ist aber wichtig, dass sich die Menschen rechtzeitig informieren“, findet Lisson. Viele Leute würden auch ganz glücklich und erleichtert aus den Infoveranstaltungen kommen, weil das große Gespenst „Dann müssen wir aber ganz viel zuzahlen“ nicht mehr ganz so gruselig aussehe, wie vorab vielleicht in der Vorstellung, so Lisson. Sollte es auch bei dem Vortrag im März einen so großen Andrang geben, wäre es möglich, dass daraus ein regulärer VHS-Kurs wird. „Wir werden sehen, wie das angenommen wird und wie groß der Zulauf ist“, sagt Lisson.

Wann muss man Unterhalt zahlen?

Wie die Verbraucherzentrale mitteilt, sind Kinder ihren Eltern zum Unterhalt verpflichtet, wenn diese ihren Lebensunterhalt nicht mehr selbst bezahlen können. Diesen Anspruch machen in aller Regel nicht die Eltern selbst, sondern Sozialhilfeträger geltend. Sie fordern Kinder zur Auskunft über Einkommen und Vermögen auf und ermitteln den zu zahlenden Elternunterhalt.

Für den Unterhalt der Eltern aufkommen müssen Kinder aber nur, wenn sie selbst genug Geld zur Verfügung haben. „Ob im Einzelfall wirklich Unterhalt geschuldet ist, richtet sich nach den konkreten Umständen des Falles, insbesondere unter anderem nach dem konkreten Bedarf sowie den Einkommens- und Vermögensverhältnissen des Kindes und dessen individueller, persönlicher Situation“, erklärt Anwältin Karin Schulze. Es gibt Ausnahmen – zum Beispiel die Verwirkung des Unterhaltsanspruchs durch Zeitablauf oder durch sonstige Unzumutbarkeit, so Schulze.


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