Aktion in Bookholzberg Für Bewerbungen trainieren, Hemmschwellen abbauen

Von Biljana Neloska

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Das Gespräch mit Martin Gogol vom IWK hat Schülerin Fenja Wachtendorf in ihrem Berufswunsch noch einmal bestätigt. Foto: Biljana NeloskaDas Gespräch mit Martin Gogol vom IWK hat Schülerin Fenja Wachtendorf in ihrem Berufswunsch noch einmal bestätigt. Foto: Biljana Neloska

Bookholzberg. Jugendliche und Unternehmen treffen sich zum Speed Dating in einer Schule. Für manche ein Schritt zum Traumberuf.

„Ich war gespannt, wie so ein Bewerbungsgespräch abläuft. Ich war anfangs etwas aufgeregt, aber das Gespräch war sehr interessant und es hat mich in meinem Berufswunsch noch einmal bestätigt. Ich möchte diesen Weg auf jeden Fall weiter verfolgen“, sagte Schülerin Fenja Wachtendorf bei der Aktion „Azubi Speed Dating“ an der Schule an der Ellerbäke. Dabei konnten Jugendliche kurze Vorstellungsgespräche mit verschiedenen Unternehmen aus der Region führen. Das Ziel dahinter: Ausbildungsplätze und Auszubildende finden.

Die 14-Jährige Fenja geht an der Ellerbäke zur Schule und möchte später im Bereich Physiotherapie arbeiten. Deshalb hat sie sich für ein Termin bei dem IWK – Institut für Weiterbildung in der Kranken- & Altenpflege entschieden.

Rund 60 Schüler von der Schule an der Ellerbäke, dem Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft und der Oberschule Ganderkesee trafen in Einzelgesprächen auf 13 Unternehmen.

„Das ist eine enorm große Chance für die Schüler“

„Das ist eine enorm große Chance für die Schüler“, sagte Victoria Walther, ehemalige Schulsozialarbeiterin an der Schule an der Ellerbäke. Einerseits hätten die Jugendlichen die realistische Möglichkeit, bei einem der Betriebe einen Ausbildungs- oder Praktikumsplatz zu bekommen. Andererseits sei so eine Aktion eine sehr gute Übung für zukünftige Bewerbungsgespräche. „Die potenziellen Arbeitgeber kommen zu den Schülern in die Schule. Das ist eine ideale Situation. Es hilft auch dabei, Hemmschwellen abzubauen“, so Walther.

Um Letzteres zu unterstützen, wurden die Jugendlichen vorab in Bewerbungstrainings auf die Gespräche vorbereitet. Außerdem wurden Bewerbungsunterlagen erstellt, erklärt Walther. Die Neunt- und Zehntklässler konnten dann Betriebe wählen, für die sie sich interessieren.

Die 16-jährige Chantal Fitzgibbon von der Oberschule Ganderkesee hat zwei verschiedene Unternehmen gewählt: das Josef-Hospital Delmenhorst und die Volksbank. „Ich möchte später in die Altenpflege. Das ist mein Traumberuf. Aber es ist kein Beruf für die Ewigkeit, gerade wenn man später älter ist, wird das körperlich schwierig zu leisten. Und die Ausbildung zur Bankkauffrau finde ich auch wahnsinnig spannend“, sagte die 16-Jährige. Die Speed Dating-Aktion findet sie super: „Das ist ein tolles Training, auch für Leute, die vielleicht etwas schüchterner sind. Mir hat das auf jeden Fall ganz viel gebracht“, betonte Chantal Fitzgibbon.

Das Ziel: Auszubildende finden

Auch die Unternehmen freuten sich, die Jugendlichen kennenzulernen. „Das ist eine tolle Möglichkeit, uns zu präsentieren und die Schüler für unseren Beruf zu begeistern. Vielleicht kann man einige dazu bringen, schon einmal in diese Richtung zu denken“, sagte IWK-Schulleiter Physiotherapie. Und das sei sehr wichtig. Überall gebe es massiven Fachkräftemangel.

Das findet auch Carolin Wachtendorf, Ausbildungskoordinatorin bei Meyer Technik: „Es geht uns darum, Auszubildende zu finden. Hier vor Ort kann man die jungen Leute kennenlernen, die wirklich Interesse an diesem Beruf haben, weil sie sich die Unternehmen vorab gezielt ausgesucht haben. Außerdem sind mehrere Schulen daran beteiligt. Da ist das Feld an potenziellen Auszubildenden breit gefächert.“


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