„Für die Stammkunden tut es uns leid“ Nach 70 Jahren: Samenhaus Melle in Ganderkesee schließt

Von Biljana Neloska

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Werden die Samenhandlung noch bis Ende des Jahres betreiben: Jürgen und Barbara Melle. Foto: Biljana NeloskaWerden die Samenhandlung noch bis Ende des Jahres betreiben: Jürgen und Barbara Melle. Foto: Biljana Neloska

Ganderkesee. Nach mehr als 70 Jahren schließt das Samenhaus Melle Ende des Jahres. Was danach mit den Räumen an der Grüppenbührener Straße passiert, ist ungewiss.

Das Samenhaus Melle macht nach mehr als sieben Jahrzehnten zu. Voraussichtlich bis Ende Dezember können sich Kunden in der Samenfachhandlung mit Samen, Aquarienpflanzen und Tierfutter eindecken. Dann ist Schluss, weil Inhaber Jürgen Melle in den Ruhestand geht. „Es ist einfach an der Zeit. Ich habe 50 Jahre gearbeitet, die vergangenen zehn ohne richtigen Urlaub. Wir haben auch Wünsche, die wir uns noch erfüllen wollen. Zum Beispiel Städteurlaube und andere Sachen. Wir werden sehen“, sagt Jürgen Melle. „Wir werden ganz langsam schauen, was wir dann machen. Es wird sicherlich erst mal eine große Umstellung sein. Aber zunächst muss das alles hier abgewickelt werden“, sagt Ehefrau Barbara Melle, die ebenfalls im Geschäft arbeitet.

Familienbetrieb wächst von 25 auf 180 Quadratmeter

1947 wurde die Samenhandlung von Fritz Melle, seinem Vater, eröffnet – auf 25 Quadratmetern. Im Laufe der Jahre wurde das Geschäft erweitert bis zu den heute bestehenden 180 Quadratmetern Verkaufsfläche. Als Fritz Melle 1963 starb, machte seine Frau Gerda weiter. Jürgen und Barbara Melle danken ihren treuen Kunden. Foto: Biljana Neloska
1987 übernahm Jürgen Melle dann das Geschäft seiner Eltern. Zuvor hatte der gelernte Samen- und Zookaufmann auch bereits im Laden gearbeitet. „Die Geschäftsaufgabe tut uns vor allem leid wegen unserer Stammkunden. Viele kommen her, weil sie eben kurz eine Kleinigkeit brauchen, wie einen kleinen Beutel Samen oder Erde. Das wird es sicherlich auch im nächsten Baumarkt geben. Aber hier vor Ort ist das schwieriger zu finden“, sagt Melle. Was nach der Geschäftsaufgabe mit den Räumlichkeiten passieren wird, ist unklar.

Was danach kommt, „ist noch völlig offen“

„Das ist noch völlig offen. Ich denke, die Lage an diesem Standort ist ganz gut. Im Laufe des nächsten Jahres wird hier sicherlich etwas passieren. Aber was dann funktionieren wird, ist die Frage“, so Melle. Eine Firma beispielsweise, die sich vergrößern oder eine neue Filiale eröffnen will und einenlangjährigen Mietvertrag anstrebt, könnte Zukunft haben, glaubt Melle. Schwieriger könnte es für junge Leute werden, die sich und einen Laden parallel finanzieren müssten. „Wir möchten uns aber auf jeden Fall bei unseren langjährigen treuen Kunden bedanken“, betont Melle.


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