Fachklinik für Orthopädie Sogar aus Amerika kommen Patienten nach Stenum

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Mithilfe der Bilder verdeutlichten Susanne Langfeld (links) und Ingeburg Masukowitz, wie viel sich in der Stenumer Einrichtung getan hatte. Foto: Vincent BußMithilfe der Bilder verdeutlichten Susanne Langfeld (links) und Ingeburg Masukowitz, wie viel sich in der Stenumer Einrichtung getan hatte. Foto: Vincent Buß

Ganderkesee. In über 90 Jahren hat sich viel getan in der heutigen Fachklinik für Orthopädie in Stenum. Das erfuhren ehrenamtliche Seniorenbegleiter am Mittwoch, 10. Oktober, bei einem Vortrag im Ganderkeseer Schwimmerheim.

Der „Engel von Stenum“ kam nicht aus dem Himmel, um den Vorgänger der Fachklinik zu gründen, sondern nur einige Kilometer entfernt aus Bremen. Die Kaufmannstochter Hermine de Voß baute sich 1898 in Stenum ein Sommerhaus, das nach ihrem Tod im Jahr 1923 zu einer Heilstätte werden sollte. So hatte es sich die Frau gewünscht. Ihr schon zu Lebzeiten großes christliches Engagement verschaffte ihr auch den schmeichelnden Spitznamen.

Heute ist der Betrieb eine Fachklinik für Orthopädie. Es werden dort neue Knie- und Hüftgelenke eingebaut und Füße, Hände sowie Wirbelsäulen operiert. „Man braucht allerdings eine Überweisung vom Facharzt“, erklärt Pflegedienstleiterin Ingeburg Masukowitz. Dafür kommen Orthopäden oder Chirurgen in Frage.

Wie Patienten früher behanelt wurden

Die Behandlungsmethoden waren in den ersten Jahren nach der Gründung noch rustikal. Der Name „Sonnenheilstätte“ verrät es: Knochen-, Gelenk- und Drüsenturberkulose wurden behandelt, in dem die Patienten in ihren Betten zu jeder Jahreszeit an die frische Luft und ins Sonnenlicht geschoben wurden, erzählt Verwaltungsleiterin Susanne Langfeld.

Die Klinik hatte gut zu tun. Zumal in den Kriegs- und Nachkriegsjahren die Anzahl der Tuberkuloseerkrankungen laut Langfeld rapide anstieg. Das änderte sich erst in den 50er-Jahren, woraufhin die Sonnenheilstätte ein allgemeines Krankenhaus wurde. Auf Orthopädie spezialisierte sich die Einrichtung erst 1971.

Selbst Amische kommen

Nach Rückschlägen – einem Großbrand 1989 und der Insolvenz 2012 – läuft die Klinik Langfeld zufolge wieder so gut, dass auch aus dem Ausland Patienten kommen. „Eine Zeit lang waren es viele Menschen aus arabischen Ländern“, erinnert sie sich. „Heute kommen circa 150 Patienten pro Jahr aus Nordamerika.“ Etwa Mitglieder der Glaubensgemeinschaft der Amischen.

Besonders wichtig in der Klinik sei stets die Vermeidung von Keimen, erklärt Langfeld. „Gerade, weil wir in einer ländlichen Gegend mit viel Viehzucht leben.“ Deshalb würden alle Patienten umfassend untersucht.

Die Besucher des Vortrags – ehrenamtliche Seniorenbegleiter – hörten aufmerksam zu. Christa Wachtendorf vom Freiwilligen-Senioren-Service erklärt, dass die Begleiter schließlich in ihrem Umgang mit Senioren häufig auf Gesundheitsthemen angesprochen würden. Daher sollten sie das Angebot in der Region kennen.


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