Geld für Spielautomaten gebraucht Monatelang in Kasse von Ahlhorner Arbeitgeber gegriffen

Von Ole Rosenbohm

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In Wildeshausen ist ein 24-jähriger Mann zu einer Geldstrafe verurteilt worden, nachdem er seinen Arbeitgeber bestohlen hatte. Symbolfoto: Volker Hartmann/dpaIn Wildeshausen ist ein 24-jähriger Mann zu einer Geldstrafe verurteilt worden, nachdem er seinen Arbeitgeber bestohlen hatte. Symbolfoto: Volker Hartmann/dpa

Ahlhorn/Wildeshausen Weil er über Monate in die Kasse seines Ahlhorner Arbeitgebers gelangt hat, soll ein 24 Jahre alter Oldenburger knapp 8000 Euro zahlen, entschied jetzt das Amtsgericht Wildeshausen: 90 Tagessätze zu je 30 Euro Geldstrafe plus die von März bis Juli 2017 gestohlenen 5053,30 Euro.

Das Geld habe er zum Spielen an Automaten benötigt, gab der Angeklagte an. Die Spielsucht wirkte sich strafmildernd aus. Zudem sprach für den Angeklagten auch sein Geständnis bei der Polizei sowie bei Gericht. Demnach hatte er sich meistens nach Feierabend an der leicht zu öffnenden Kasse bedient.

Trotz Kamera weitergemacht

Über 1500 Euro kamen so in den ersten beiden Monaten zusammen, über 2000 innerhalb von knapp drei Wochen im Juni. Der Angeklagte hörte selbst dann nicht auf, als sein Chef eine sichtbare Kamera über der Kasse befestigte – eine Reaktion auf die ständig fehlenden Einnahmen. Eben diese Kamera überführte den jungen Mann, der dann auch noch seinen Job verlor.

Gehalt oft nach einer Woche weg

Zu seinem Spielverhalten führte der alleinstehende Angeklagte aus, dass er zu dieser Zeit fast täglich Spielotheken aufsuchte. Eine enorme Geldverschwendung: „Was ich dabei hatte, habe ich verloren“, sagte er, mal hundert, mal dreihundert Euro. Sein Gehalt war oft schon nach einer Woche weg, die Hoffnung auf den großen Gewinn blieb aber. Seit einem dreiviertel Jahr spiele er nicht mehr. Inzwischen hat er auch wieder Arbeit.

Deal nicht wahrgenommen

Der Angeklagte wäre deutlich günstiger aus dem Verfahren gekommen, hätte er seine Post beachtet. Denn Staatsanwaltschaft und Gericht hatten ihm im Frühjahr eine Einstellung gegen nur 200 Euro Geldauflage angeboten, zahlbar in vier Raten. Ein Geschenk sei das gewesen, sagte die Richterin: „Es ist nullkommanull nachvollziehbar, dass Sie nicht angenommen haben.“ Als kein Geld einging, setzte das Gericht die Verhandlung an.


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