Landkreis Oldenburg Stromspar-Checks: So viel Geld und CO2 wurden bisher eingespart

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2200 Tonnen CO2 und 588.000 Euro - so viel sei insgesamt in den Haushalten eingespart worden, freuten sich (von links) RUZ-Leiterin Marina Becker-Kückens, Projektleiter Ulf Moritz und Landrat Carsten Harings. Foto: Vincent Buß2200 Tonnen CO2 und 588.000 Euro - so viel sei insgesamt in den Haushalten eingespart worden, freuten sich (von links) RUZ-Leiterin Marina Becker-Kückens, Projektleiter Ulf Moritz und Landrat Carsten Harings. Foto: Vincent Buß

Hollen. Haushalten mit geringem Einkommen hilft das Regionale Umweltbildungszentrum (RUZ) Hollen, weniger Strom zu vebrauchen. Nun ziehen die Stromspar-Checker Bilanz, wie viel Geld und CO2 dadurch eingespart wurden.

Wenn in Haushalten weniger Strom verbraucht wird, profitieren laut Ulf Moritz gleich mehrere: neben den Haushalten selbst auch die Umwelt und sogar Gemeinden, Städte und der Bund. Moritz ist Projektleiter des Stromspar-Checks und zog am Freitag, 28. September, im RUZ Bilanz: Seitdem das RUZ das Projekt vor 4,5 Jahren für den Landkreis Oldenburg und die Stadt Delmenhorst startete, wurden Moritz zufolge 1040 Beratungen bei Beziehern von Transferleistungen durchgeführt.

Durch die Stromsparmaßnahmen seien in allen Haushalten zusammen 588.000 Euro gespart worden. Weil Kommunen und Bund die Unterkunftskosten für Bezieher von Arbeitslosengeld II und Grundsicherung tragen, mussten auch sie laut Moritz 360.000 Euro weniger ausgeben. Und nicht zuletzt sei der Kohlenstoffdioxidausstoß um fast 2200 Tonnen verringert worden. Die Zahlen stammen aus der Projektdatenbank.

Warum oft Energie verschwendet wird

„Die Leute interessiert aber vor allem, wie viel Geld sie selbst sparen können “, erklärte Moritz. Im Durchschnitt seien es 133 Euro pro Jahr. Schließlich kaufen dem Projektleiter zufolge gerade Menschen mit geringem Einkommen eher günstige Haushaltsgeräte, die aber mehr Strom fressen. Hinzu komme, dass insbesondere eingewanderte Familien oft nicht energiesparend heizten, weil sie das aus ihrer Heimat nicht kennen würden.

Um diese Zielgruppe zu erreichen, hat der Stromspar-Check zwei Besonderheiten. Erstens ist er kostenlos. Zweitens wissen die Berater laut RUZ-Leiterin Marina Becker-Kückens, wovon sie sprechen. Denn sie waren vorher selbst arbeitslos. „Das ist das Geheimnis“, erklärte Becker-Kückens. „So kommt man an die Haushalte heran.“

So läuft der Stromspar-Check ab

Melden müssen sich die Haushalte jedoch selbst beim RUZ. Die Gemeinde Ganderkesee habe aber alle, die in Frage kommen, selbst angeschrieben, berichtete Moritz. Beim ersten Besuch kommen die Berater dann zu den Menschen nach Hause. Nachdem sie den Strom- und Wasserverbrauch messen und das Nutzerverhalten analysieren, wird mithilfe einer Datenbank berechnet, wo und wie gespart werden kann. Beim zweiten Besuch rüsten die Berater den Haushalt individuell um.

Der Klassiker – das Austauschen der Lampen – werde seltener, sagte Moritz, weil keine Glühbirnen mehr im Handel erhältlich seien. „Es ist aber zum Beispiel noch viel Beratung bei den Duschkosten notwendig.“ Oft würden deshalb Durchflussbegrenzer eingebaut. Auch an anderer Stelle gebe es Beratungsbedarf: „Viele waschen immer noch bei 60 Grad und mehr.“

Frühestens ein halbes Jahr später kommen die Berater zum dritten Mal zur Evaluation vorbei. „Unsere Prognosen werden in der Regel sogar übertroffen“, sagte Moritz. Die Haushalte würden mehr Strom und Geld als geplant sparen.

Geld von Bund und Landkreis

Pro Haushalt kosten die Maßnahmen bis zu 70 Euro. Zusätzlich werden Gutscheine angeboten, um sich neue Kühlgeräte zu kaufen. Finanziert werden die Maßnahmen vor allem vom Bundesumweltministerium. Deutschlandweit startete das Projekt Stromspar-Check vor zehn Jahren. Zuschüsse gibt es aber auch vom Landkreis Oldenburg. Im Gespräch mit Moritz und Becker-Kückens kündigte Landrat Carsten Harings am Freitag an abzusprechen, ob der Beitrag erhöht werden könne. Moritz freute sich zudem, dass momentan sechs Berater im Einsatz seien, größtenteils vom Jobcenter vermittelt. Denn im Jahr 2015 stand das Projekt wegen Personalmangels kurz vor dem Aus.


Haushalte und potenzielle Berater können sich beim RUZ melden unter (04223) 932053.

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