Insolvenzantrag gestellt Ganderkeseer Tennisverein wird zum Jahresende aufgelöst

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Ralf Kotzott, Vorsitzender des Ganderkeseer Tennisvereins, hat jetzt das Aus des Vereins bekannt gegeben. Archivfoto: Lars PingelRalf Kotzott, Vorsitzender des Ganderkeseer Tennisvereins, hat jetzt das Aus des Vereins bekannt gegeben. Archivfoto: Lars Pingel

Ganderkesee. Das Aus kommt zum Jahresende: Der Ganderkeseer Tennisverein, der nur noch bis Ende Dezember auf der Anlage am Schlutterweg bleiben darf, weil dann der Pachtvertrag abgelaufen ist, wird aufgelöst.

Es hat sich zwar schon vor Monaten angedeutet, aber jetzt wird es Fakt: Der Ganderkeseer Tennisverein (GTV) wird nach 46 Jahren zum Ende dieses Jahres aufgelöst. Das hat der 1. Vorsitzende Ralf Kotzott gegenüber dem dk mitgeteilt. Neben der Vereinsauflösung habe der Vorstand einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Delmenhorst eingereicht, um nicht in den Verdacht der Insolvenzverschleppung zu geraten, sagte Kotzott. Zu diesem Schritt habe sich die GTV-Spitze entschlossen, weil der bisherige Verpächter Carsten Weyhausen nach wie vor auf die Begleichung der Pachtrückstände poche, die sich über viele Jahre angehäuft hätten. Genaue Zahlen wollte der Vorsitzende nicht nennen. Es handele sich aber um einen Betrag im unteren sechsstelligen Bereich. Und den könne der Verein nicht zahlen.

„An allen Fronten gekämpft“

„Zwei Jahre lang haben wir vom Vorstand an allen Fronten gekämpft. Aber alle Bemühungen sind ins Leere gelaufen. Das ist schon enttäuschend“, erklärte Kotzott. „Ganz besonders tut es mir um die rund 60 Kinder leid, die noch zum Verein gehören.“

Halle steht vorläufig noch zur Verfügung

Laut Kotzott ist zwar der Tennisverein am Ende. Und es sind auch fürs Winterhalbjahr keine Mannschaften mehr für den Spielbetrieb gemeldet worden, weil die Punktspiele der Teams bis zum Jahresende mit der Beendigung des Pachtvertrages hätten abgeschlossen sein müssen. Tennis werde es aber wohl weiter in Ganderkesee geben – allerdings ohne den GTV.

Saghmeister ab 1. Januar Ansprechpartner

Schließlich habe der neue Eigentümer des Geländes am Schlutterweg, dessen Name Kotzott nicht nennen wollte, eine Nutzung der Halle noch bis Ende April nächsten Jahres gebilligt. Ansprechpartner ab 1. Januar sei Tennistrainer Georg Saghmeister, bisher ebenfalls noch Vereinsmitglied. Darüber hinaus habe Kotzott von drei neuen Tennisplätzen im nördlichen Bereich an der jetzigen Anlage gehört. Damit habe der GTV allerdings nichts zu tun.

Hoffnung auf Hilfe nicht erfüllt

Zuletzt hatte der Vorstand des Vereins auf die Mithilfe von Verwaltung und anderen Sportvereinen in der Gemeinde gehofft. Trotz zahlreicher Gespräche kamen die beteiligten Parteien am Ende aber auf keinen gemeinsamen Nenner: Der Tennisverein Bookholzberg erteilte einem Zusammenschluss mit dem GTV eine deutliche Absage. Die Anlage des ehemaligen Rethorner Tennisclubs war für den GTV-Chef keine Option. Und die von den Tennisspielern favorisierte Idee, mit dem TSV Ganderkesee zu kooperieren und dort eine Tennissparte mit Neubau von zwei bis drei Tennisplätzen mit separatem Sanitärgebäude am Immerweg einzurichten, verlief ebenfalls im Sande. Fazit im Frühjahr nach Prüfung mehrerer Optionen aus Sicht der Verwaltung: „Es ist kein finanziell darstellbarer Weg erkennbar, dem GTV einen Lösungsvorschlag zu unterbreiten.“ Und weil sich auch im Laufe des Jahres nichts änderte, fiel jetzt die Entscheidung, den Verein aufzulösen.


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