Betrugsprozess vor Landgericht Ehemaliger Holzhändler aus Wildeshausen soll in Haft

Von Ole Rosenbohm

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Wildeshausen/Oldenburg. Am Landgericht Oldenburg ist im fünften Anlauf ein Betrugsfall gegen einen 46 Jahre alten ehemaligen Holzunternehmer aus Wildeshausen entschieden worden.

Der Angeklagte muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Allerdings kann der Mann erneut in Revision gehen.

Die Anklage besteht aus 15 Fällen, begangen in den Jahren von 2009 bis 2014. 13 Mal davon habe der 46-Jährige gewerbsmäßig gehandelt, heißt es im Urteil.

Gericht: 100.00 Euro Schaden verursacht

Insgesamt soll er einen Schaden von über 100.000 Euro verursacht haben, in erster Instanz war von 124.000 Euro die Rede. Rund 95.000 Euro fielen auf mehrere Warenkäufe bei einem Lieferanten, den der Angeklagte nicht bezahlt hatte.

Laut Gericht ließ er sich unter anderem Ware von Sägewerken liefern, zahlte aber nicht. Stattdessen veräußerte er das Holz bei Zimmereien oder Dachdeckerbetrieben. Auch angeklagt waren Fälle, bei denen er an Kunden Ware trotz Vorkasse nicht auslieferte. Zu den Fällen gehörten auch zwei nicht bezahlte Reparaturrechnungen für seinen BMW. Jetzt ging es nur um das Strafmaß.

Klares Ziel des Angeklagten war eine Bewährungsstrafe. Diese hatte ihm das Amtsgericht Wildeshausen (drei Jahre und vier Monate Haft) 2016 noch verwehrt.

Die erste Berufungsverhandlung platzte, unter anderem weil der Angeklagte während des Prozesses seinen Anwalt wechselte. In der zweiten Berufungsverhandlung legte er dann überraschend ein Geständnis ab und präsentierte eine Schadenswiedergutmachung in Höhe von 95.000 Euro. Das wirkte: zwei Jahre auf Bewährung. Gegen dieses Urteil aber ging die Staatsanwaltschaft in Revision und bekam vor dem Oberlandesgericht (OLG) Recht.

Schadenswiedergutmachung

Das OLG wies den Fall aus der dritten Instanz zur erneuten Prüfung ans Landgericht zurück, weil es die Schadenswiedergutmachung als wichtigsten Milderungsgrund nicht anerkannte. Denn der 46-Jährige hatte sich das Geld bei seiner Familie geliehen und hätte, so das OLG, einen Vorteil gegenüber allen, deren Familien nicht so wohlhabend seien.

Jetzt also die fünfte Verhandlung. In der entschuldigte sich der Angeklagte, es sei „gruselig“, was er getan habe. Zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde er trotzdem. Das Gericht sah in der geleisteten Schadenswiedergutmachung zwar einen Milderungsgrund, doch nicht einen so deutlichen.


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