Igel, Eichhörnchen und Co. Ganderkesees Gärten dienen Tieren als Winterquartier

Von Birgit Stamerjohanns

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Ganderkesee. Wenn kühle Nächte und Laubfall vom nahen Winter künden, wird es Zeit, den Garten wetterfest zu machen. Der Nabu bittet darum, dabei auch an auch tierische Bewohner zu denken.

In diesem Jahr kommt alles etwas früher. Einige Bäume lassen bereits ihr Laub fallen, und auch Eicheln und Kastanien prasseln zu Boden. Der trockene Sommer hat auch dafür gesorgt, dass einige Vogelarten weniger Nachwuchs bekommen: „Bei den Staren konnten wir beobachten, dass die zweite Brut in diesem Sommer ausgeblieben ist“, sagt Hans Fingerhut, der erste Vorsitzende des Nabu-Ganderkesee. Der Grund: Die Vögel haben auf den ausgetrockneten Böden nicht genug Nahrung gefunden.

Festmahl-Zeit für Eichhörnchen

Für Eichhörnchen beginnt hingegen jetzt die Festmahl-Zeit: Sie fressen Eicheln und andere Früchte nicht nur, sondern legen auch einen Wintervorrat an. Igel hingegen müssen nun so viel futtern, wie sie können, denn wenn es kalt wird, halten sie Winterschlaf. In der Regel schlafen sie von Ende Oktober bis zum März. Dafür ist ein Fettpolster wichtig. Das Problem: „Viele Gärten sind einfach zu aufgeräumt“, erklärt Hans Fingerhut. Wenn das Laub sofort weggefegt wird, können sich die Igel weder verstecken, noch fänden sie Käfer und Würmer.

Auch mal das Laub liegenlassen

Der Nabu-Vorsitzende empfiehlt, im Garten Ecken einzurichten, in denen das Laub liegen bleiben kann. „Unter diesen Laubhaufen siedeln sich Insekten und Käfer an, das ist eine wichtige Nahrungsquelle für Igel“, so Fingerhut. Auch Obst sollte nicht vollständig gepflückt werden: „Wenn einzelne Äpfel oder Pflaumen liegen bleiben, freuen sich die Igel!“ Der Heckenschnitt, den viele Gartenbesitzer wegen der Trockenheit im Sommer jetzt nachholen, sei ebenfalls eine Chance für die Gartenbewohner.

„Lieber das abgeschnittene Gestrüpp liegen lassen, als alles zu entsorgen“, rät Fingerhut. Wer einen Kompostkasten aus Draht besitzt, kann Steine unter die Ecken legen, dann können sich Igel darunter verstecken und sind im Winter gut geschützt. Der Nabu verkauft auch Igel-Kästen, in denen die Tiere sich zum Winterschlaf gern verkriechen. Wer einen Igel findet, kann überprüfen, ob der stachelige Gartenbewohner für den Winter gerüstet ist: Das Tier sollte zu Beginn der kalten Jahreszeit, wenn es keine Insekten mehr gibt, mindestens 500 Gramm auf die Waage bringen. Wenn das nicht der Fall ist, hilft der Nabu mit Tipps weiter.

Auffangstation für Wildtiere

Die nächste Auffangstation für Wildtiere ist in Rastede. Auch Ganderkesees Tierärzte, lobt Fingerhut, seien eine große Hilfe, wenn schwache oder verletzte Wildtiere gefunden werden.

Wer Igeln eine Freude machen möchte, stellt ihnen frisches Wasser hin. Ein wahrer Leckerbissen ist für sie ein rohes, aufgeschlagenes Ei. Auch Vögel und Eichhörnchen freuen sich im Winter über fett- und proteinreiche Zusatz-Nahrung, also Meisenknödel oder Futterglocken. Die lassen sich aus einer Mischung von Pflanzenfett, Haferflocken und Nüssen auch leicht in der eigenen Küche herstellen.


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