Labormobil Jeder fünfte Brunnen ist mit Nitrat belastet

Von Biljana Neloska

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Harald Gülzow untersucht eine Ganderkeseer Wasserprobe. Foto: Biljana NeloskaHarald Gülzow untersucht eine Ganderkeseer Wasserprobe. Foto: Biljana Neloska

Ganderkesee. Ganderkeseer konnten am Dienstag im Labormobil des VSR-Gewässerschutzvereins ihr Brunnenwasser untersuchen. Einige Proben waren bedenklich.

Das Labormobil des VSR-Gewässerschutzvereins hat am Dienstagvormittag auf dem Festplatz an der Raiffeisenstraße Halt gemacht, um Brunnenwasser aus Ganderkesee zu testen.

42 Ganderkeseer haben ihr Brunnenwasser, in Flaschen abgefüllt, zum Labormobil gebracht. Fünf Proben davon wurden in einer Grunduntersuchung vor Ort auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt untersucht. Die restlichen Proben werden, auf Wunsch der Brunnenbesitzer, umfangreicheren Untersuchungen auf Parameter wie Eisen, Phosphat oder Bakterien unterzogen. Diese Ergebnisse werden erst in einigen Wochen vorliegen.

Von den fünf direkt im Labormobil analysierten Proben waren zwei auffällig, sagt Vereinssprecher Harald Gülzow. Das Brunnenwasser habe in dem einen Fall einen erhöhten Nitratwert gehabt. Laut Umweltbundesamt liegt der geltende Schwellenwert bei 50 Milligramm Nitrat je Liter. Die analysierte Probe hatte 76 Milligramm. Die andere auffällige Probe hatte einen zu niedrigen pH-Wert. Laut Trinkwasserverordnung darf das Wasser nicht saurer als 6,5 sein, diesen Wert also nicht unterschreiten. Die Ganderkeseer Probe lag bei 4,9.

„20 Prozent der Brunnen in Ganderkesee haben ein Problem“

„20 Prozent der Brunnen in Ganderkesee haben ein Problem was die Nitratwerte und die Versauerung angeht“, sagt Gülzow. Das sei vor allem ein landwirtschaftliches Problem. „Bringen Landwirte und Gartenbaubetriebe Gülle, Gärreste und Mineraldünger auf, besteht immer die Gefahr, dass Nitrat ins Grundwasser gelangt. Dadurch kommt es häufig zur Nitratbelastung von Brunnenwasser. Wasser mit höheren Nitratkonzentrationen ist aus gesundheitlichen Gründen nicht zum Trinken geeignet“, so Gülzow. Auch die Verwendung zum Befüllen eines Planschbeckens oder Teichs werde eingeschränkt. Ebenso wie das Gießen des Gemüsebeets.

Aufklären und Informationen sammeln

„Ist der pH-Wert zu niedrig, das heißt sauer, kann das Wasser mit Aluminium belastet sein. Dieses Leichtmetall beeinträchtigt die Gesundheit, ist giftig für Fische und beeinträchtigt das Pflanzenwachstum“, erklärt Gülzow. Auch hierauf habe intensive Tierhaltung einen großen Einfluss wegen hoher Ammoniak-Emissionen. „Ammoniak entsteht in der Tierhaltung, wenn Harnstoff oder Eiweiß in den Exkrementen der Nutztiere zersetzt wird. Bei der Ausbringung können sehr hohe Emissionen auftreten, wenn viel Ammonium im Düngemittel enthalten ist und wenn Gülle nicht zügig eingearbeitet werden“, so Gülzow.

Vor zwei Jahren war das Labormobil zuletzt in Ganderkesee. Aktuell ist es auf einer Tour durch Niedersachsen. Dem Verein gehe es bei den Labormobil-Aktionen einerseits darum, Informationen zu sammeln. Am Ende des Jahres sollen mit gesammelten Nitratwerten Karten erstellt werden, sowohl auf Bundes- als auch auf Regionalebene. Andererseits wolle man die Bürger darüber informieren, wie es um ihr Wasser bestellt ist.

Weitere Informationen gibt es unter www.vsr-gewässerschutz.de.


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