Nach trockenem Sommer Ganderkeseer Reitstallbesitzer müssen Heu zukaufen

Von Birgit Stamerjohanns

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Noch hat Renke Siemer genügend Heu für die 40 Pferde in seinen Boxen. Aber durch die Trockenheit im Sommer haben seine Weiden nicht genug abgeworfen, wie seine Kollegen muss der Stallbesitzer Heu zukaufen. Foto: Birgit StamerjohannsNoch hat Renke Siemer genügend Heu für die 40 Pferde in seinen Boxen. Aber durch die Trockenheit im Sommer haben seine Weiden nicht genug abgeworfen, wie seine Kollegen muss der Stallbesitzer Heu zukaufen. Foto: Birgit Stamerjohanns

Ganderkesee. Reitstallbesitzer müssen wegen des trockenen Sommers in diesem Jahr Heu zukaufen. Die Preise für die Ballen haben sich dabei allerdings fast verdreifacht.

Die gute Nachricht: Die Heu-Qualität in diesem Jahr ist ausgesprochen gut. „Einmal mähen, einmal wenden, fertig“, bringt es Arthur Baumfalk vom Reit- und Fahrverein Schönemoor auf den Punkt. Das gemähte Gras ist nicht nass geworden, daher gammelt oder schimmelt es auch nicht. Die schlechte Nachricht ist allerdings: es gibt viel zu wenig Heu. Ganderkesees Reitstall-Besitzer plagt alle das gleiche Problem: ihnen geht das Futter aus.

Preise steigen

Auf dem Hof von Renke Siemer stehen knapp 40 Pferde, jedes frisst pro Tag rund zehn bis zwölf Kilogramm Heu. Der Almsloher mäht knapp zehn Hektar seines Landes, um Heu zu produzieren. Normalerweise lassen sich die Flächen zwei- bis dreimal im Jahr mähen. „In diesem Jahr hat aber schon der zweite Schnitt zu wenig Ertrag gebracht und auf einigen Flächen konnten wir gar nicht mähen“, erinnert sich Renke Siemer. Der Grund: die wochenlange Trockenheit. Zwei Monate, schätzt der Landwirt, reichen seine Bestände noch, aber dann muss er Heu zukaufen. Und das ist teuer: Reitstallbetreiber zahlen momentan bis zu 100 Euro für einen großen Rundballen, der normalerweise um die 35 Euro kostet. „Einige halten ihr Heu natürlich auch noch zurück, um noch bessere Preise zu erzielen.“ Die Folge: Renke Siemer muss die Stallmiete erhöhen – wie viele Stallbesitzer in Ganderkesee. Dreißig bis 40 Euro mehr im Monat müssen es pro Pferd sein, damit die Rechnung wieder stimmt. „Es soll aber keine Erhöhung auf Dauer sein“, versichert Renke Siemer. Die Pferdebesitzer seien in der Regel verständnisvoll.

Nachdenken über „Sonderzahlung“

Auch Arthur Baumfalk denkt über seine „Sonderzahlung“ seiner Kunden nach, um die gestiegenen Heupreise bezahlen zu können. „Wir sind eben leider vom Wetter abhängig, im vorigen Jahr gab es massenhaft Gras, aber es war nass. In diesem Jahr stimmt die Qualität, aber der zweite und dritte Schnitt fehlen“, so der Schönemoorer. Er bezieht sein Heu aus der Wesermarsch und hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass er doch noch mehr Futter bekommt. „Wenn das Wetter so bleibt, dann wird wohl noch einmal gemäht“, hofft Arthur Baumfalk. Weil das Gras um diese Jahreszeit aber schon sehr feucht ist, wird meist Heulage produziert, also Heu, das gepresst und luftdicht verpackt wird und dadurch gärt. Allerdings vertragen einige Pferde dieses Futter nicht.

Hoffnung besteht

Auch Heiner Kruse, Stallbesitzer in Elmeloh, hofft, erneut mähen zu können: „Allerdings muss das Gras noch drei Wochen wachsen“, so Heiner Kruse. Erst dann ließe entscheiden, ob eine erneute Mahd sinnvoll sei.

Renke Siemer wagt aufgrund der akuten Heu-Not ein Experiment: er hat jetzt Heu aus Kroatien bestellt. „Die Qualität soll sehr gut sein“, sagt der Almsloher. Für das kommende Jahr wünschen sich Ganderkesees Reitstallbesitzer nur eins: einen normalen Sommer ohne große Hitze und ohne zu viel Regen.


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