Jugendhof Steinkimmen Für Jugendhof Steinkimmen dringend Investor gesucht

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Zugezogene Vorhänge im Verwaltungstrakt: Der Jugendhof Steinkimmen ist zurzeit nahezu komplett verwaist. Es wird dringend nach einem Investor gesucht. Foto: Reiner HaaseZugezogene Vorhänge im Verwaltungstrakt: Der Jugendhof Steinkimmen ist zurzeit nahezu komplett verwaist. Es wird dringend nach einem Investor gesucht. Foto: Reiner Haase

Steinkimmen. Für den Jugendhof Steinkimmen wird dringend ein Investor gesucht, möglichst aus dem Jugendhilfe- oder Bildungsbereich. Andernfalls gehen dort in Kürze endgültig die Lichter aus.

Nadine Stahmann bezeichnet den Jugendhof Steinkimmen als „ganz außergewöhnliche Immobilie“. Die Rechtsanwältin aus Weyhe, tätig für die Buss Insolvenzverwaltung Oldenburg, hat die Aufgabe, in kurzer Zeit einen Investor zu finden. Die Zeit drängt: Die 34 Mitarbeiter erhalten ihre Gehälter seit August und nur noch bis Oktober aus einer Insolvenzgeldvorfinanzierung.

Insolvenzverwalterin bestimmt

Die Eigentümerin des Jugendhofs, die gemeinnützige Gesellschaft Viasol, hat, wie berichtet, beim Amtsgericht Delmenhorst die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Das Amtsgericht hat Stahmann zur vorläufigen Insolvenzverwalterin bestimmt. Sie verwaltet nun den Jugendhof anstelle der Viasol-Geschäftsführerin Kerstin Lehmann.

Außergewöhnliche Immobilie

Außergewöhnlich ist allemal die die räumliche Situation: Der Jugendhof besteht aus elf Gebäuden, von der Insolvenzverwalterin als „individuell“ charakterisiert, auf einem 5,5 Hektar großen Gelände. Er liegt ganz am Rand der Gemeinde Ganderkesee mitten im Wald, fernab von Wohnsiedlungen. „Er liegt in einer ruhigen, in sich geschlossenen Lage und bietet daher aufgrund dieser exponierten Lage die optimale Basis für Seminare und Bildungsveranstaltungen“, betont Stahmann. „Im Idealfall finden wir einen Interessenten aus der Jugendhilfe. Der Jugendhof ist aber auch für Bildungsträger interessant“, ergänzt sie, „es hat hier Veranstaltungen der Erwachsenenhilfe gegeben. Die Seminarräume sind vorhanden.“ Stahmann macht keinen Hehl daraus, dass es einen erheblichen Investitionsstau gibt.

Offen für alternative Nutzungen

Im Miteinander der Viasol-Geschäftsführerin und der Insolvenzverwalterin sind auch schon ganz andere Möglichkeiten der Nachnutzung angesprochen worden. Insbesondere die Lage macht laut Stahmann die Gründung eines Demenzdorfes möglich. Lehmann benennt „individuelles Wohnen“, wie es gerade erst in Sandhatten zum Zuge gekommen sei. Davor, so Stahmann, müssten zuvor planungs- und baurechtliche Probleme gelöst werden.

Gespräche mit Bildungsträgern

Aktuell jedenfalls pflegt die Insolvenzverwalterin Gespräche mit Jugendhilfe- und Bildungsträgern. Das entspricht auch der Nutzung in den vergangenen Jahrzehnten seit der Gründung des Jugendhofs 1952. Viasol war hier 2005 mit einem Konzept für die Jugendhilfearbeit angetreten und hat sich 2009 mit dem Erwerb des Anwesens in das Konzept eingekauft.

Zäsur im Jahr 2015

Firmen haben in vergangenen Jahren Mitarbeiter zur Teambildung auf den Jugendhof geschickt. Schulklassen haben erfolgreiches Miteinander trainiert. Chöre haben neue Programme einstudiert. Schulverweigerer und junge Arbeitslose sind hier aktiviert und motiviert worden. Eine Zäsur gab es, als 40 der 85 Wohnplätze von unbegleiteten jugendlichen Geflüchteten belegt wurden. Das war 2015 und dauerte bis 2016. Viasol habe Stammgästen absagen müssen, und die hätten sich neu orientiert, blickt Lehmann zurück.

Wohngruppe braucht Bleibe

Aktuell ist nur eine Wohngruppe Jugendlicher übrig geblieben. Sie müsste eine neue Bleibe finden, wenn sich nicht schnell eine Lösung für den Jugendhof findet. Interessierte können Insolvenzverwalterin Stahmann unter Telefon (0441) 9602610 erreichen.


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