Erntezeit in Ganderkesee Gefahr durch rutschige Straßen und große Traktoren

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Während der Maisernte sind viele schwer beladene Traktoren in der Gemeinde unterwegs. Symbolfoto: imago/Meike EngelsWährend der Maisernte sind viele schwer beladene Traktoren in der Gemeinde unterwegs. Symbolfoto: imago/Meike Engels

Ganderkesee. Mit dem Auslaufen der Maisernte sind weiterhin große Zugmaschinen auf den Straßen. Die Polizei mahnt zur Vorsicht beim Überholen. Das Ortslandvolk wirbt um Verständnis für den Treckerverkehr.

Während der Erntezeit sind in der Region viele große landwirtschaftliche Maschinen auf den Straßen unterwegs. Die Fahrzeuge werden immer größer, schneller und schwerer. Gefahr droht durch rutschige Straßen und große Traktoren: Erst in der vergangenen Woche gab es zwei schwere Unfälle. In Großenkneten übersah der Fahrer eines Gespanns eine ihn überholende Autofahrerin und rammte ihren Wagen.

Am selben Tag riss in Hatten ein Schlepperfahrer beim Auffahren vom Feld auf eine Straße mit seinem schweren Gerät ein vorbeifahrendes Auto auf – dessen Fahrer erlitt schwere Verletzungen.

Henning Scheer, Pressesprecher der Polizei, appelliert an die Verkehrsteilnehmer, während der Erntezeit besonders vorsichtig zu sein. „Ein landwirtschaftliches Gespann kann jederzeit unvorhergesehen abbiegen.“ Beim Überholen werde es dann gefährlich. Auch gibt Scheer zu bedenken, dass die Ernte Tag und Nacht eingeholt wird: „Viele Leuchten an der Maschine können dann vom Blinker ablenken“, sagt er.

Ein weiteres Risiko für Autofahrer sind schmutzige Straßen. „Vor allem Motorradfahrer rutschen schnell weg“, mahnt Scheer. Wegen des eher trockenen Wetters der vergangenen Wochen sei es aber in dieser Hinsicht noch nicht zu Zwischenfällen gekommen.

Polizei achtet auf Ladungssicherheit

Die Landwirte haben die Beamten dennoch im Blick: „Während der Saison achten wir stärker auf die Ladung“, sagt der Pressesprecher.

Cord Wübbenhorst, Vorsitzender des Ortslandvolks, blickt positiv auf die Verkehrssituation: „Die Ernte ist durch die Dürreperiode entzerrt worden. Die Felder werden erst nach und nach abgeerntet“, erklärt er. So seien derzeit weniger Landmaschinen als in den vergangenen Jahren gleichzeitig auf der Straße. Die Kehrseite laute aber: „Durch die Dürre gibt es weniger Mais und dann müssen auch längere Strecken gefahren werden, um genügend Futter zu bekommen“, erläutert Wübbenhorst. Bei Entfernungen ab 30 Kilometern steigen viele Landwirte auf Lastwagen um. „Mit dem Trecker ist der Transport dann zu teuer“, sagt der Ortslandvolkvorsitzende. Für Autofahrer sei das angenehm, aber Wübbenhorst wirbt bei ihnen auch um Verständnis: „Wir holen die Ernte ein, um die Tiere zu versorgen.“ Auf den Maschinen selbst sitzen laut Wübbenhorst nur erfahrene Männer und Frauen. Er versichert: „Sie sind auch in engen Ortschaften sicher unterwegs.“ In Sachen Straßensauberkeit sind die Landwirte gesetzlich verpflichtet, ihren Dreck selbst aufzukehren. Es gilt das Verursacherprinzip.


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