Ortsentwicklung in Hude Ortskern in Hude soll sein Gesicht behalten

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Erkennbare Kleinteiligkeit zur Straße hin, häufig mit Giebel nach vorne: Das sind an der Parkstraße prägende Elemente, die Huder Ratspolitiker gerne in die Zukunft retten wollen. Reklame soll nicht das optische Übergewicht bekommen.Foto: Reiner HaaseErkennbare Kleinteiligkeit zur Straße hin, häufig mit Giebel nach vorne: Das sind an der Parkstraße prägende Elemente, die Huder Ratspolitiker gerne in die Zukunft retten wollen. Reklame soll nicht das optische Übergewicht bekommen.Foto: Reiner Haase

Hude. Die Gemeinde Hude will architektonischen Wildwuchs an der Parkstraße verhindern. Überarbeitete Bebauungspläne sollen die Vorgaben eines Entwicklungskonzepts absichern.

Die Gemeinde Hude legt Investoren an der Parkstraße straffere Zügel an. Ein Fachbüro arbeitet für den zentralen Versorgungsbereich der Gemeinde ein städtebauliches Entwicklungskonzept aus. Parallel dazu werden die beiden Bebauungspläne, die die Grundstücke rechts und links der Parkstraße im Zentralbereich abdecken, überarbeitet. Letzteres hat der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt jetzt mit einstimmigem Beschluss auf den Weg gebracht. „Wir haben uns Sorgen um den Ortskern gemacht“, begründete Heiko Aschenbeck (SPD) gestern Abend im Fachausschuss das einmütige Handeln von Politik und Verwaltung.

Parkstraße mit Gesicht

Das Ja zum Entwicklungskonzept ist schon ein paar Monate alt und fußt darauf, dass Immobilienverkäufe an der Parkstraße Veränderungen absehbar machen. Die Gemeinde will sicherstellen, dass die Parkstraße ihr Gesicht nicht verliert. Es gehe um die „Sicherung der vorhandenen ortsbildprägenden baulichen Strukturen“, heißt es in der Sachdarstellung für die Ausschusssitzung.

Veränderungssperre möglich

Dafür hat die Gemeinde jetzt ein scharfes Schwert in der Hand: Wenn erkennbar wird, dass Umbau oder Abriss und Neubau die Absichten der Gemeinde unterlaufen, kann eine Veränderungssperre Investoreninteressen ausbremsen, bis die Regeln der überarbeiteten Bebauungspläne den Rahmen des Möglichen neu bestimmt haben. „Wir wollen Wildwuchs an Baumöglichkeiten verhindern“, betonte Hilko Finke. Der Grüne ergänzte, betroffen sei nicht nur die Parkstraße, sondern Hude allgemein.

Workshops fürs Konzept

Martina Schneider, die Leiterin des Fachbereichs Gemeindeentwicklung, kündigte an, dass das Entwicklungskonzept nicht hinter verschlossener Tür erarbeitet wird. „Es wird Workshops geben“, sagte sie, „einen für den Input Betroffener und Interessierter und einen für die Zusammenfassung der Ergebnisse.“

Enwurf mit Maststall-Flair

Niemand sagt es, aber jeder hat es im Hinterkopf: Als Kundenmagnet ist die Drogerie Rossmann ein Glücksfall für Hude, aber gestalterisch hat die Gemeinde den Totalreinfall gerade noch so vermieden. Für den Neubau sind drei typische giebelständige Häuser an der Südseite der Parkstraße abgerissen worden. Der erste Entwurf der Architekten der Rossmann-Investoren glich mit schlichter Fassade über die Grenzen dreier Grundstücke hinaus und mit genauso schlichtem Dachaufbau mehr einem großen Schweinemaststall als einem Blickfang für den Ortskern. Bei der „Immer-geradeaus-Fassade“ konnten sich die Architekten auf die Vorschrift einer einheitlichen Baulinie im alten Bebauungsplan berufen; über Gliederungen in die Tiefe der Grundstücke hinein sagte die Planungsgrundlage nichts aus. Der Kompromiss – Vor und Rücksprünge in der Fassade und zur Straße weisende Scheingiebel im Dach – hat die Wellen der Empörung gedämpft. Die Kunden sind allemal zufrieden: Rossmann bietet sein Sortiment auf vergrößerter Fläche an, und unter einem Giebel ist auch noch eine Sparkassenfiliale zu finden.

Keine langgezogenen Bauten

Die Gemeinde zieht die Konsequenz: Die Änderung der Bebauungspläne zielt auf eine „horizontale Gliederung der zulässigen Nutzungen“ ab. Im westlichen Teil soll Wohnen im Erdgeschoss möglich sein, aber nicht in einem langgezogenen Mehrfamilienhaus über mehrere Grundstücke hinweg.


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