dk-Serie über Ausbildungsberufe Als Tischlerazubi mit den Augen und den Ohren lernen

Von Birgit Stamerjohanns

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An der elektrischen Säge steht Johannes Kallage (links) häufig. Gern arbeitet er aber auch beim Kunden auf der Baustelle. Tischlermeister Florian Sandvoss ist zufrieden mit seinem Auszubildenden. Foto: Birgit StamerjohannsAn der elektrischen Säge steht Johannes Kallage (links) häufig. Gern arbeitet er aber auch beim Kunden auf der Baustelle. Tischlermeister Florian Sandvoss ist zufrieden mit seinem Auszubildenden. Foto: Birgit Stamerjohanns

Ganderkesee. Der Ganderkeseer Johannes Kallage ist angehender Tischler. Ihm gefallen die Abwechslung und das zunehmende Maß an Eigenverantwortung.

Was Johannes Kallage beschreibt, wenn er an seine Schulzeit zurückdenkt, kennen Viele: „In der zehnten Klasse wusste ich, dass ich die Schule nicht weitermachen würde – ich wollte etwas anderes sehen, Abwechslung, mich mehr bewegen“, erinnert sich der 18-Jährige. Eine Alternative war nach dem Realschulabschluss schnell gefunden: Der Ganderkeseer entschied sich für eine Ausbildung bei der Tischlerei Warrelmann. „Mein Bruder hat auch Tischler gelernt, daher wusste ich, was auf mich zukommt.“

Viel Abwechslung im Job

Viel Abwechslung biete sein Job, so der Ganderkeseer. Außerdem nehme das Maß an Selbstständigkeit und Verantwortung im Laufe der Lehrzeit immer weiter zu.

„Am Anfang bin ich mitgelaufen und habe versucht, mir Sachen abzugucken“, sagt der angehende Tischler.

Genau darum gehe es während der Ausbildung, bestätigt Florian Sandvoss, Tischlermeister im Betrieb Warrelmann. Er findet es wichtig, dass die Auszubildenden „mit den Augen und Ohren lernen“.

Viel zu schauen und viel zu fragen gehöre einfach dazu. Mittlerweile ist Johannes Kallage im dritten Lehrjahr und darf schon einiges allein machen: „Ich erledige Restarbeiten auf Baustellen, montiere eigenständig und baue zum Beispiel Türen ein.“ Auch Möbel hat der Ganderkeseer bereits selbst in der Werkstatt gefertigt.

Auch bei Verkaufsgesprächen mit dabei

Damit Johannes Kallage auch mitbekommt, wie man mit Kunden umgeht, darf er bei Verkaufsgesprächen dabei sein und auch Bauabnahmen mitverfolgen.

Negative Seiten an seiner Ausbildung fallen Johannes Kallage nicht ein, im Gegenteil: „Ich erschaffe mit viel Anstrengung etwas, über das sich der Kunde freut und das ihm gefällt, das ist ein tolles Gefühl!“

Sein Ausbilder ergänzt: „Ehrgeiz und Motivation sind wichtig in der Lehre, man darf sich auch von kleinen Rückschlägen nicht aufhalten lassen.“

Wer durchhält, hat übrigens beste Chancen, übernommen zu werden: „Es ist schön, wenn die Gesellen bleiben, die man selbst ausgebildet hat, weil sie schon alles kennen“, erklärt Florian Sandvoss. Momentan lernen drei Auszubildende in der Tischlerei Warrelmann.

Abitur oder weiter im Job?

Zu Beginn der Tischlerlehre verdient ein Auszubildender übrigens rund 520 Euro, im dritten Lehrjahr sind es 720 Euro. Johannes Kallage hat, was seine Zukunft angeht, noch keine abschließende Entscheidung getroffen.

Er denkt allerdings darüber nach, das Abitur nachzuholen. An Unis oder Fachhochschulen gibt es Studienfächer, die für gelernte Tischler interessant sind: Baumanagement zum Beispiel, Architektur oder auch Ingenieurswesen.

Aber diese Überlegungen sind Zukunftsmusik, Johannes Kallage muss sich erst einmal Gedanken über sein Gesellenstück machen, das er zum Abschluss der Lehre bauen soll. „Ich bin noch unentschlossen, aber möglicherweise wird es ein Schreibtisch“, verrät der 18-Jährige.


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