Windpark Sannauer Helmer Im neuen Windpark erste Ganderkeseer Anlage im Bau

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Am Sannauer Helmer wird eine Straße zur Baustelle der ersten Windkraftanlage im neuen Windpark auf dem Gebiet der Gemeinde Ganderkesee befestigt, damit die schweren Bau- und Transportfahrzeuge nicht in der Wiesenlandschaft versinken. Im Hintergrund vier schon fertige Anlagen auf dem Gebiet der Gemeinde Lemwerder. Foto: Melanie HohmannAm Sannauer Helmer wird eine Straße zur Baustelle der ersten Windkraftanlage im neuen Windpark auf dem Gebiet der Gemeinde Ganderkesee befestigt, damit die schweren Bau- und Transportfahrzeuge nicht in der Wiesenlandschaft versinken. Im Hintergrund vier schon fertige Anlagen auf dem Gebiet der Gemeinde Lemwerder. Foto: Melanie Hohmann

Ganderkesee. Eine neue Baustraße führt im Windpark Sannauer Helmer zur ersten Baustelle auf Ganderkeseer Gebiet. Ein Ende des Tauziehens zwischen Investoren und Flugsicherung ist dennoch nicht abzusehen.

Im Windpark Sannauer Helmer tut sich jetzt auch auf dem Gebiet der Gemeinde Ganderkesee etwas. Lastwagen liefern Material für die Befestigung der Baustelle für die erste Windkraftanlage im Gandeerkeseer Teil des Windparks an; eine Baustraße entlang einer stillgelegten Militäranlage, die jetzt als Paintball-Anlage genutzt wird, ist fertig. Laut der in Oldenburg ansässigen Gamesa Energie Deutschland wird hier nach dem Gießen und Aushärten des Betonfundaments der Turm für eine Siemens-Windkraftanlage modernster Bauart aufgestellt.

13 Baugenehmigungen gestoppt

Unterdessen geht das Tauziehen zwischen den Windkraft-Investoren einerseits und dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) und der Deutschen Flugsicherung (DFS) andererseits weiter. Der Landkreis Wesermarsch ist jüngst, wie berichtet, vom Verwaltungsgericht Oldenburg dazu verdonnert worden, die Genehmigung von 13 Anlagen auf dem Gebiet der Gemeinde Lemwerder wieder zu kassieren. In den Genehmigungen würden entgegenstehende Entscheidungen des Bundesaufsichtsamts missachtet. Dahinter steht die Befürchtung der Flugsicherung, dass Windkraftanlagen in einem 15-Kilometer-Radius um den Bremer Flughafen die Radarsignale fürs sichere Navigieren von Flugzeugen im Landeanflug stören. Ein Revisionsverfahren vor dem Oberverwaltungsgericht ist möglich, weil der Landkreis Wesermarsch überzeugt ist, dass er die Baugenehmigungen korrekt nach den Vorgaben des Bundesimmissionsschutzgesetzes erteilt hat.

Windkraft neben Paintball-Areal

Der Landkreis Oldenburg hat der Windfarm Ganderkesee-Lemwerder den Bau der Anlage nahe dem Paintball-Areal genehmigt, nachdem die Flugsicherung sie als unbedenklich eingestuft hatte. Das war laut Torsten Stuhr vom Bauordnungsamt des Landkreises Oldenburg Ende 2016. Die Planungen für Windfarm hat Gamesa, eine Tochter des Siemens-Konzerns, übernommen. Auch eine Anlage, die der Investor Windguard im Forschungswindpark Ganderkesee errichten will, ist laut Stuhr damals schon genehmigt worden. Aktuell werde im Kreishaus für diese Anlage ein Änderungsantrag bearbeitet. „Die damals beantragte Anlage ist für die Forschung nicht mehr interessant“, so Stuhr.

Lokale Investoren planen weiter

Die Planung des Windparks Sannauer Helmer zielt auf 19 Anlagen auf dem Gebiet der Gemeinde Lemwerder und 14 Anlagen auf dem Gebiet der Gemeinde Ganderkesee ab. In Lemwerder stehen inzwischen sechs Windräder. die genauso rechtssicher genehmigt sind wie die jetzt im Bau befindliche Windfarm/Gamesa-Anlage auf der Ganderkeseer Seite. Ohne Änderungsantrag wäre auch die Forschungsanlage baureif, weil die BAF-Freigabe vorliegt. Im Kreishaus ruhen zurzeit die Unterlagen für zwölf weitere Anlagen, auch für die drei des vorwiegend aus lokalen Gesellschaftern bestehenden Windparks Fritzenberg. Der Ausgang des Rechtsstreits soll abgewartet werden. Möglich ist auch, dass die Flugsicherung weiter einlenkt und Freigaben erteilt. Fritzenberg-Sprecher Gerd Schütte hat schon klargestellt, dass die lokalen Investoren auf Kurs bleiben. Stuhr äußert Verständnis für Besorgnisse: „Es ist schon viel für die Entwicklung ausgegeben worden.“


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