Beweidung durch Wasserbüffel Landschaftspfleger auf vier Hufen in Hatten

Von Birgit Stamerjohanns

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Hatten/Huntlosen. Früher sind die Wasserbüffel-Züchter oft belächelt worden. Heute genießen ihre mächtigen Rinder längst den Ruf von exzellenten Landschaftspflegern.

Dass die kleine Herde ein ungestörtes Dasein auf einer abgelegenen Weide hinter der Revierförsterei Huntlosen führen darf, verdankt sie einem puren Zufall. Vor 20 Jahren wollte Peter Biel Indianer in Paraguay unterstützen – mit Wasserbüffeln.

Hervorragendes Fleisch und tauglich zur Feldarbeit

„Das wäre eine schöne Sache gewesen, die Büffel haben hervorragendes Fleisch und können auch zur Feldarbeit eingesetzt werden“, so Biel. Fünf Büffel hatten er und seine Unterstützer bereits besorgt: „Die kamen aus dem Berliner Zoo!“ Doch scheiterte das Projekt an den zu hohen Kosten.

Die Wasserbüffel allerdings wollte Peter Biel nicht wieder hergeben – sie waren ihm sofort ans Herz gewachsen. Mittlerweile züchtet er die Tiere mit den riesigen, geschwungenen Hörnern seit 20 Jahren

10. Jahrestreffen in Hatten

Vor zehn Jahren dann gründete Peter Biel einen Verband mit dem etwas sperrigen Namen „Internationaler Förderverband zum Einsatz des Wasserbüffels als Landschaftspfleger“. Rund 40 Mitglieder sind mittlerweile dabei, und vom 28. bis zum 30. September findet das zehnte Jahrestreffen des Verbandes in Hatten statt. Früher, erinnert sich Peter Biel, seien er und andere Wasserbüffel-Fans für verrückt gehalten worden.

Mittlerweile stellen ihm Landwirte und Gemeinden Flächen zur Verfügung, auf denen er seine Tiere weiden lassen darf, denn: „Wasserbüttel eignen sich bestens als Landschaftspfleger“, so Peter Biel, „Sie lockern den Boden auf und verhindern die Verbuschung.“

Anspruchslose Esser

Wasserbüffel essen nämlich auch das, was Rinder oder Pferde niemals ins Maul nehmen würden: Disteln, Brennnesseln, Schilf und Binsen. Dazu kommt, dass die Büffel sehr robust sind und das ganze Jahr über draußen stehen können. „Die werden einfach nie krank“, freut sich Peter Biel. Mittlerweile besitzt der Hattener 34 Wasserbüffel, einige setzt er zur Pflege des Naturdenkmals Rackelsberg in Sandhatten ein. Dort haben die Büffel bereits vom Aussterben bedrohte Käfer angelockt, denn viele Insekten mögen das, was die Wasserbüffel so fallen lassen.

Das einzige Problem, dass Wasserbüffelhalter bedenken müssen: „Flüsse, Seen und Bäche stellen für die Tiere keine Grenzen dar!“ Es seien schon Wasserbüffel einfach weggeschwommen, denn die Tiere lieben – wie der Name schon sagt – das Wasser. Auf den Weiden hat Peter Biel seinen Tieren Suhlen angelegt, in denen sie sich im Schlamm wälzen können.

Umweltminister begutachtet Büffel

Zur Jahrestagung des Verbands hat sich unter anderem Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies angekündigt. Die Verbandsmitglieder wollen sich während ihres Treffens nicht nur mit Wasserbüffeln befassen, sondern auch mit anderen Umweltthemen. Interessierte können sich noch bis zum 18. September zur Tagung anmelden.


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