Lösung für Belebung steht weiter aus Gefeiert wird auf Ganderkesees Festplatz immer weniger

Von Thorsten Konkel, 10.09.2018, 19:28 Uhr
Campingplatz: Der Festplatz an der Raiffeisenstraße wird auch zum Camping genutzt – aber immer weniger für Feste und sonstige Veranstaltungen. Fotos: Thorsten Konkel

Ganderkesee Der Ganderkeseer Festplatz hat viele Nutzer, doch gefeiert wird auf ihm immer weniger. Das soll sich ändern, heißt es aus den Ratsfraktionen. Doch Lösungsansätze gibt es bislang keine.

Als Platz für Feiern, Feste und Aktivitäten wird der Festplatz an der Raiffeisenstraße immer weniger genutzt. Dafür parken auf der gut befestigten Fläche zwischen Bahnlinie und Raiffeisenstraße wochentags immer mehr Bahnpendler. Und an Wochenenden zieht das zum Großparkplatz abgestempelte Gelände seit Kurzem sogar Fernlastzüge an, deren Fahrer verbotenerweise dort das Wochenendfahrverbot aussitzen. Obendrein haben auch noch Dauercamper den Platz mitten im Ort entdeckt.

Zeitlich zwischen dem gerade an der Westtangente wieder erfolgreich verlaufenen Ganderkeseer Bauernmarkt und dem in dieser Woche bevorstehenden Herbstmarkt auf dem Marktplatz und an der Rathausstraße stellt die örtliche Politik nun die Sinnfrage für die Existenz des Platzes: Cindy Klüner, Vorsitzende der CDU-Fraktion im Ganderkeseer Gemeinderat, fordert Anstrengungen zu dessen Belebung: „Wenn der Festplatz nur noch für den Fasching und einige Floh- und Staudenmärkte genutzt wird, und er sonst ein reiner Parkplatz ist, dann muss die Politik mit den Gewerbetreibenden schnellstmöglich in Kontakt treten“, rät die CDU-Fraktionschefin.

Platz für mehr als 400.000 Euro ausgebaut

Rückblick: 2009 war die Neugestaltung des Festplatzes für mehr als 400.000 Euro erfolgt, den Löwenanteil von 311.500 Euro hatte der Bund aus Mitteln des damaligen Konjunkturpakets II zugeschossen. Auf dem Platz entstanden so auch an die 140 Parkplätze für Pendler.

Klüners Wunsch nach einem Platz, der möglichst oft voller Leben ist, findet nicht nur innerhalb ihrer Fraktion Zustimmung: „Nichts los, nur Lastwagen und Campingbusse sind auch mir viel zu wenig, da sollte sich was tun“, bringt es Werner Brakmann (SPD) knapp auf den Punkt. Die FDP hatte nach dem Abwandern von Bauern- und Herbstmarkt immer wieder eine Revitalisierung und bessere Anbindung des durch die Bahnlinie vom Ortskern getrennten Platzes gefordert, erinnert Fraktionschefin Marion Daniel. Im vergangenen Jahr war dieser Wunsch der Liberalen sogar in einem Einzelhandelskonzept und der Stärken-Schwächen-Analyse wieder aufgenommen worden. Für den Antrag, eine Brückenkonstruktion über die Gleise zu bauen, gab es keine Mehrheit.

Sehen, wie der Herbstmarkt 2018 läuft

Arnold Hansen (Freie Wähler), will den Platz noch nicht abschreiben: „Mal sehen, wie der Herbstmarkt in diesem Jahr läuft“, blickt er voraus. Seine Hoffnung: „Wenn der besonders gut ausgeht, könnte es später wieder ein größeres Zelt auf dem Festplatz geben, so wie früher.“

Auch der Fraktionschef der Grünen Dr. Volker Schulz-Berendt plädiert für eine Belebung, sieht derzeit aber ebenso keinen konkreten Weg. Lösungsansätze gibt es aus der Ganderkeseer Politik bislang keine. Für Cindy Klüner ist aber klar: „Auf Bestreben der Gewerbetreibenden haben wir viel Geld in die Hand genommen und den Festplatz ausgebaut und saniert. Nun muss er auch genutzt werden,“ fordert sie.

So einfach sieht das Timo Vetter, Chef des Ganderkeseer Kaufleutezusammenschlusses Ganter-Markt nicht. „Unser primäres Ziel ist die Belebung des Ortskerns“, macht er klar. Und führt an, dass der Festplatz eben eine Fläche sei, auf der einmal im Jahr der Fasching groß feiere, dann noch ein paar Stauden- und Flohmärkte stattfänden und sonst eben geparkt werde. „Die Zeit, in der große Karussells zum Herbstmarkt kamen, für die wir die Stellflächen brauchten, ist vorbei“, sagt er. Vetter will den Platz dennoch nicht zur Gänze abschreiben: „Die Bürger haben es in der Hand. Laufen Markt und Zelt gut, dann gibt es 2019 wieder ein Festzelt“, verspricht er. Das könnte dann, je nach Größe, vielleicht wieder auf dem Festplatz stehen.

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