Ermittler sagt vor Landgericht aus Festnahme von Wildeshauser Einbrechern geht schief

Von Ole Rosenbohm

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Im Prozess vor dem Landgericht Oldenburg wegen 62 Einbrüchen hat am Montag der Chef der polizeilichen Ermittlungsgruppe „Türkette“ ausgesagt. Symbolfoto: David-Wolfgang Ebener/dpaIm Prozess vor dem Landgericht Oldenburg wegen 62 Einbrüchen hat am Montag der Chef der polizeilichen Ermittlungsgruppe „Türkette“ ausgesagt. Symbolfoto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Oldenburg/Wildeshausen. Im Prozess vor dem Landgericht Oldenburg wegen 62 Einbrüchen hat am Montag der Chef der polizeilichen Ermittlungsgruppe „Türkette“ ausgesagt.

Anhand von Handydaten und abgehörten Gesprächen zwischen damals drei Tatverdächtigen konnte der Beamte den Weg der mutmaßlichen Einbrecherbande minutengenau verfolgen. Und immer da, wo sich die Observierten bewegten, meldeten die Dienststellen später Einbrüche.

Durch ein Mobiles Einsatzkommando war sie ihnen auch in Wildeshausen dicht auf den Fersen, wo das Trio ebenfalls Einbrüche verübt haben soll. Nach Wochen des Abstandhaltens, um mehr über die Strukturen der Bande und Hintermänner zu erfahren, bereitete die Polizei Anfang Dezember 2017 erstmals die Festnahme vor.

Zwei der drei Verdächtigen ausgereist

Doch dann die böse Überraschung: Zwei der drei Verdächtigen waren Tage vor dem Termin ins Ausland abgereist. Einer wurde – wie berichtet – inzwischen in Sofia verhaftet. Der 46-Jährige machte nach kurzer Pause laut Anklage weiter, jetzt mit seinem ebenfalls angeklagten mutmaßlichen 49 Jahre alten Kompagnon. Letzterer ist wegen neun Taten angeklagt – eine verhältnismäßig kurze Serie, an der die EG Türkette wieder dicht dran war.

Aus der nächsten geplanten Verhaftung am 20. Dezember wurde wieder nichts. Diesmal kamen Streifenbeamte in Wolfsburg dazwischen, die den BMW-SUV auf einem Supermarkt-Parkplatz kontrollierten. Er würde sich hier nur ausruhen, sagte der 46-Jährige den Polizisten. Dann aber erregte der dunkel gekleidete Mitfahrer bei seinem Streifzug durch die Siedlungshäuser die Aufmerksamkeit der Polizei. Die verfolgte ihn bis zum Auto auf dem Parkplatz, kontrollierte erneut und genauer. Und in der Mittelkonsole fanden die Beamten Schmuck, offensichtlich Beute.

Der 49-Jährige kam in Haft, gegen ihn lief noch eine Bewährung. Der andere wurde freigelassen. Ihn verhaftete die Polizei Ende Januar 2018. Der Prozess läuft noch bis Mitte November.


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