Unzufrieden mit Wohnbauplänen Altengrabener wollen Obstbäume für Fledermaus & Co.

Meine Nachrichten

Um das Thema Ganderkesee Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Mehr Raum für die Natur: Bonté Rippena (vorne Mitte) informiert die Freien Wähler mit den Ratsmitgliedern (vorne von links) Volker Schmidt und Arnold Hansen über die Pläne der Bürgerinitiative Altengraben für das Neubaugebiet in ihrer Nachbarschaft. Foto: Reiner HaaseMehr Raum für die Natur: Bonté Rippena (vorne Mitte) informiert die Freien Wähler mit den Ratsmitgliedern (vorne von links) Volker Schmidt und Arnold Hansen über die Pläne der Bürgerinitiative Altengraben für das Neubaugebiet in ihrer Nachbarschaft. Foto: Reiner Haase

Ganderkesee. Die Bürgerinitiative Altengraben will einen Ortsverein gründen. Vereint wollen die Anwohner eine Obstbaumwiese pflegen, die Auswirkungen eines Neubaugebiets mildern soll.

Streit mit einem starken Gegner schweißt zusammen. Das erleben die Anwohner der Straße Zum Altengraben hautnah. Aus ihrer einige Monate alten Bürgerinitiative soll ein Ortsverein werden. Dessen Aufgabe umreißt Bonté Rippena, die Sprecherin der Bürgerinitiative: „Wir pflegen eine Obstbaumwiese als Lebensraum für Fledermäuse und Insekten.“ Auch die Eulen, die die Altengrabener beobachten können, bekämen ein beachtliches Jagdrevier.

Gegner im Rathaus

Der starke Gegner der vereinigten Altengrabener ist die Gemeinde. Sie treibt mit Rückendeckung der CDU- und der SPD-Ratsfraktion die Planung eines Neubaugebiets westlich der Straße Zum Altengraben voran. Von 20 Wohneinheiten, davon acht in zwei Mehrfamilienhäusern am Südrand des Gebiets, war bisher die Rede. Die Grünen, die FDP, die UWG und die Freien Wähler sind dagegen, bleiben aber auch zusammen eine Minderheit.

Baudenkmal und Hofstelle bedroht

„So wie geplant passt das Baugebiet hier nicht hin“, betonte Rippena gestern bei einem Lokaltermin mit den Ganderkeseer Freien Wählern. Die Altengrabener argumentieren mit mangelhafter Infrastruktur, auch die Straße Zum Altengraben und den Abwasserkanal darunter betreffend. Mit Nachdruck fordern sie, dass mehr Abstand als bisher geplant zu einem 350 Jahre alten, denkmalgeschützten und jüngst erst aufwendig restaurierten Reetdachhaus eingehalten werden müsse. Und sie wollen auch verhindern, dass die Hofstelle ihres Nachbarn Bernfried Lüdeke an Konflikten mit Hinzugezogenen zugrunde geht.

Puffer vorgeschlagen

„Wir schlagen Puffer für das Reetdachhaus und die Hofstelle vor“, sagt Rippena. Für die Obstbaumwiese soll auf die bisher geplante Wohnbaufläche im nördlichen Teil neben dem Reetdachhaus verzichtet werden. Das ist in etwa ein Fünftel der Gesamtfläche. Puffer zwei für mehr Abstand zwischen Hofstelle und Neubauten soll bei Wegfall eines Teilstücks der bisher ringförmig geplanten Erschließungsstraße ein Wendehammer sein. Zur Verdeutlichung ihrer Vorschläge hat die Bürgerinitiative dem Rathaus eine entsprechend abgewandelte Zeichnung der Planer zukommen lassen.

Fledermäuse entdeckt

Die Unterlagen für den Bebauungsplanentwurf „Schönemoor – westlich Zum Altengraben“ sind jüngst nach einer Überarbeitung zum zweiten Mal öffentlich ausgelegt worden. In der überarbeiteten Fassung sind am Nordrand rund 1500 Quadratmeter, der Platz für zwei Baugrundstücke, als Grünbereich ausgewiesen. Dort sollen sich Fledermäuse tummeln können. Die Nabu-Ortsgruppe Ganderkesee hat „ein bemerkenswertes Vorkommen von Zwergflügelfledermäusen und Breitflügelfledermäusen“ entdeckt und damit Hinweise der Altengrabener bestätigt. „Die erste Erkundung hat es im Januar gegeben. Das Ergebnis hätte ich voraussagen können“, sagt Rippena mit Blick darauf, dass die fliegenden Säugetiere den Winter kopfüber hängend im Dauerschlaf verbringen.

Engagement kann sich auszahlen

„Wir werden nicht erreichen, dass die Planung aufgegeben wird. Aber bleiben Sie am Ball, sprechen Sie auch Ratsmitglieder der anderen Parteien an“, ermunterte Ratsherr Arnold Hansen die Bürgerinitiative. Beharrliches Engagement von Bürgern habe erreicht, dass die Lindenstraße in Ganderkesee nicht so breit wie geplant ausgebaut wird und dass Anwohner von Beiträge für den Straßenausbau verschont bleiben.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN