Tag der offenen Tür in Bookholzberg Viele Wege, um in den Beruf zurückzukehren

Meine Nachrichten

Um das Thema Ganderkesee Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Petra Butschko absolvierte die Umschulung zur Heilpraktikerin und machte sich selbstständig. Foto: Marie BussePetra Butschko absolvierte die Umschulung zur Heilpraktikerin und machte sich selbstständig. Foto: Marie Busse

Bookholzberg. Am Berufsförderungswerk in Bookholzberg werden derzeit rund 230 Erwachsene umgeschult. Am Tag der offenen Tür informierten sich am Freitag, 7. September, besonders viele Arbeitgeber über das Werk.

Nach Krankheit zurück in den Berufsalltag – die Möglichkeiten dazu stellte das Berufsförderungswerk Bookholzberg am Tag der offenen Tür gestern vor.

Hohe Vermittlungsquote bei technischen Berufen

Und dabei kann das Bildungswerk durchaus Erfolge vorweisen: „Besonders in den technischen Berufen haben wir eine hohe Vermittlungsquote“, sagte Oliver Bliefernich, Ausbilder für Feinwerkmechanik. Rund 80 Prozent der Umschüler finden im Anschluss einen Job. Insgesamt 230 Schüler aus ganz Deutschland nehmen derzeit an 17 verschiedenen Weiterbildungen teil. Sie alle haben eine Rehamaßnahme bewilligt bekommen, und diese wird überwiegend von der Rentenversicherung finanziert.

Die hohe Nachfrage nach Fachkräften aus der Wirtschaft macht das Werk auch für Arbeitgeber interessant: „Zum Tag der offenen Tür sind viele Arbeitgeber gekommen, die sich informieren“, sagte die Standortleiterin Perdita Engeler.

Orientierung am Arbeitsmarkt

Um weiter Menschen zu vermitteln, orientiert sich das Berufsförderungswerk sich an aktuellen Entwicklungen: „Es kommen immer wieder Berufe dazu, andere verschwinden dagegen“, erklärte Ausbilder Bliefernich. So lernten eine Zeit lang in Bookholzwerk Kosmetiker ihr Handwerk. Heute steht ein moderner 3-D-Drucker den angehenden technischen Produktdesignern zur Verfügung.

Selbstständigkeit als Ziel

Doch nicht nur zukünftige Arbeitnehmer zählen zu den Umschülern. Die Ausbildung zum Heilpraktiker zielt auf die Selbstständigkeit ab. So machte sich Petra Butschko nur drei Monate nach Abschluss ihrem Abschluss selbstständig in Berlin.

Seitdem kehrt sie regelmäßig nach Bookholzberg zurück und stellt ihre Arbeit vor. „Der Bandscheibenvorfall war das Beste, was mir passieren konnte“, sagte die ehemalige OP-Schwester mit Blick auf die folgende Umschulung. Ein Existenzseminar erleichterte ihr zusätzlich den Weg zur eigenen Praxis. Im Oktober dieses Jahres werden elf weitere Heilpraktiker ihre Prüfung ablegen.

Neben körperlichen Einschränkungen sind es psychische Erkrankungen, die eine Umschulung erfordern. Da sind die Ausbilder in besonderer Weise gefordert: Sie geben Tipps bei Bewerbungen, stellen Kontakte zu Arbeitgebern her und bieten weitere Hilfen an.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN