Serie mit über 62 Taten vor Gericht Neustart im Wildeshauser Einbruchsprozess

Von Ole Rosenbohm

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Ein erster Prozess am Landgericht musste abgebrochen werden, weil ein Schöffe erkrankte. Symboloto: David-Wolfgang Ebener/dpaEin erster Prozess am Landgericht musste abgebrochen werden, weil ein Schöffe erkrankte. Symboloto: David-Wolfgang Ebener/dpa

Oldenburg/Wildeshausen/Harpstedt Ein erster Prozess vor dem Landgericht Oldenburg musste abgebrochen werden, weil ein Schöffe erkrankte. Auch in Harpstedt und Wildeshausen sollen die Angeklagten Taten verübt haben.

Diesmal hat Richter Horst Kießler neben seinen beiden regulären Schöffen noch einen Ersatz-Schöffen dabei. Dieser könnte einspringen, wenn einer der anderen krank wird – so wie zuletzt Anfang August. Weil damals einer der ehrenamtlichen Richter während des aus 13 Verhandlungstagen bestehenden Prozesses so schwer krank wurde, dass er ausschied, musste die komplette Verhandlung abgesagt und jetzt wiederholt werden.

Prozess wegen bandenmäßig begangenem Wohnungsdiebstahl

Gestern startete der Prozess am Landgericht Oldenburg wegen bandenmäßig begangenem Wohnungsdiebstahl mit der abermaligen Verlesung der Anklageschrift neu. Diese Schrift ist durchaus lang. Denn den 46 und 49 Jahre alten Männern aus Serbien werden gleich 62 Einbrüche im Raum von Hessen bis Schleswig-Holstein vorgeworfen, begangen von November 2016 bis Dezember 2017. Auch in Wildeshausen und Harpstedt sollen die Angeklagten, zu deren Gruppe auch noch zwei in Serbien vermutete Bandenmitglieder auf Flucht gehören, Taten verübt haben. Insgesamt soll die Gruppe Beute im Wert von rund 180.000 Euro gemacht haben. In einem Haus in Himmelpfort in Brandenburg sollen sie mit Goldschmuck im Wert von 46.000 Euro ihre größte Beute gemacht haben.

Für alle 62 Taten will die Staatsanwaltschaft den 46-Jährigen mitverantwortlich machen. Dem 49-Jährigen – er ist einschlägig vorbestraft und saß wegen Einbrüchen schon in Deutschland ein – wird die Beteiligung an neun Taten zur Last gelegt.

Die Täter, sagen die Ermittler, sind Profis. Auffällig: Türen schlossen sie hinter sich ab, zum Schutz vor überraschend nach Hause kommenden Bewohnern. Die polizeiliche Ermittlungsgruppe aus Cloppenburg nannte sich so auch Soko „Türkette“.

Selten gingen die Täter leer aus, wie am im Dezember 2017 in Wildeshausen, als der Alarm die Diebe vertrieb oder am selben Tag in Harpstedt, als sie eine gut gesicherte Terrassentür nicht aufhebeln konnten.

Weitere Taten sollen in Folgeprozess abgeurteilt werden

Ein Folgeprozess gegen die Angeklagten könnte parallel vorbereitet werden. Denn während Kießler noch um seinen Schöffen und damit um die Prozessfortsetzung bangte, sammelten die Ermittler Beweise für über ein Dutzend weiterer Einbrüche, die den Serben vorgeworfen werden.


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