Radverkehrsführung in Elmeloh Trotz „Bauchschmerzen“ Schutzstreifen für Radler zugestimmt

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Von der Einmündung der Straße Auf dem Hohenborn bis zur Delmenhorster Stadtgrenze soll auf der Elmeloher Straße ein Schutzstreifen für Radler angelegt werden. Trotz „Bauchschmerzen“ bei der Politik gab es eine mehrheitliche Zustimmung für den Verwaltungsvorschlag. Foto: Thomas DeekenVon der Einmündung der Straße Auf dem Hohenborn bis zur Delmenhorster Stadtgrenze soll auf der Elmeloher Straße ein Schutzstreifen für Radler angelegt werden. Trotz „Bauchschmerzen“ bei der Politik gab es eine mehrheitliche Zustimmung für den Verwaltungsvorschlag. Foto: Thomas Deeken

Elmeloh. Der geplante Schutzstreifen für Radfahrer an der Elmeloher Straße hat bei mehreren Mitgliedern des Ausschusses für Straßen und Verkehr für „Bauchschmerzen“ gesorgt. Trotzdem hat sich der Ausschuss am Mittwochabend mehrheitlich für den Vorschlag der Verwaltung ausgesprochen, zur Sicherheit von Radfahrern zwischen der Einmündung zur Straße Auf dem Hohenborn und der Delmenhorster Stadtgrenze einen Schutzstreifen anzulegen.

Zwischen Abzweig Hohenborn und Kreisel soll ein kombinierter Geh- und Radweg gebaut werden. In diesem Abschnitt ist laut Verwaltung das Verkehrsaufkommen deutlich höher wegen der Autos und Lastwagen, die nicht in Richtung Delmenhorst fahren, sondern vorher nach Hoykenkamp abbiegen.

Grüne: Radelnde Kinder müssten Straße wechseln

„Bis Hohenborn ist das eine ganz tolle Planung“, sagte Grünen-Ratsherr Jens Volbert. Ein Schutzstreifen im Anschluss sei aber keine gute Lösung. Er verwies dabei unter anderem auf radelnde Kinder unter neun Jahren, die laut Straßenverkehrsordnung auf einem Gehweg fahren müssen und daher für den Abschnitt zwischen Hohenborn und Netto die Straßenseite wechseln müssten. So gab es zwei Nein-Stimmen von den Grünen wegen der Schutzstreifen-Idee. Ein drittes Nein kam von Carsten Jesußek, Fraktionschef der UWG, der als Anwohner des Trendelbuscher Wegs, an dem es ebenfalls einen Schutzstreifen für Radfahrer gibt, darauf hinwies, dass Radler dort sehr häufig Gefahren ausgesetzt seien. FDP-Ratsherr Jürgen Struthoff hält die Lösung zwar auch nicht für optimal, enthielt sich aber bei der Abstimmung.

Meyer: Schutzstreifen haben sich bewährt

Arnold Hansen, Fraktionschef der Freien Wähler, stimmte wie CDU- und SPD-Fraktion mit Ja, weil er mit dem Verwaltungsvorschlag eine kostengünstige und sichere Lösung sehe. Alle Alternativen würden deutlich teurer werden, und die Umsetzung würde länger dauern. Im Übrigen sei ihm nicht bekannt, dass Radfahrern auf dem Schutzstreifen des Trendelbuscher Wegs Gefahr drohe. Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, betonte ebenfalls, Schutzstreifen hätten sich bewährt. Radler seien kontinuierlich im Blickfeld von Kraftfahrern. Darüber hi-naus wies er darauf hin, dass es jetzt Handlungsbedarf an der Elmeloher Straße gebe, weil der Geh- und Radweg auf der anderen Straßenseite, auf dem Radfahrer in beiden Richtungen unterwegs sein dürfen, viel zu schmal sei. Und es habe im Bereich der Hohenborn-Einmündung schon einige Unfälle gegeben.

Jetzt mit Grundstückseigentümern sprechen

Der Schutzstreifen soll zur Fahrbahn hin farblich abgegrenzt und 1,50 Meter breit sein. Kraftfahrer dürfen durchaus über den Schutzstreifen fahren, aber nur, wenn weit und breit kein Radfahrer auf dieser Spur zu sehen ist. Der geplante kombinierte Geh- und Radweg ab Kreisel soll drei Meter breit und auf einem sogenannten Hochbord angelegt werden. Für diesen Neubau müssen allerdings noch Flächen hinzugekauft werden. Dank des Votums für den Verwaltungsvorschlag könnten jetzt Gespräche mit den Grundstückseigentümern folgen, informierte Fachbereichsleiter Meyer. Komplettiert wird das Projekt an der Elmeloher Straße durch eine Querungshilfe in der Nähe zum Abzweig Hohenborn.


Keine Fahrradstraße: Die Lindenstraße im Abschnitt zwischen Bergedorfer Straße und Raiffeisenstraße in Ganderkesee wird zurzeit nicht als Fahrradstraße ausgewiesen. Das hat der Ausschuss für Straßen und Verkehr am Mittwochabend mehrheitlich beschlossen und damit den Antrag der Grünen abgelehnt. Grünen-Chef Dr. Volker Schulz-Berendt argumentierte, dass Radfahrer auf der Lindenstraße große Schwierigkeiten hätten, sich im Verkehr sicher zu bewegen. Außerdem würden Fahrradstraßen noch mehr Menschen dazu auffordern, vom Auto aufs Rad umzusteigen. Kommentar von SPD-Ratsherr Rolf Oetken: „Gefahr besteht eigentlich nur durch das dusselige Parken von Autos.“

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