Pestruper Gräberfelds Verdorrte Heide in Wildeshausen ist zu trocken für Schafe

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Viel trockenes Kraut, wenig Heideblüte: Auf dem Pestruper Gräberfeld fällt die Herbstbeweidung aus. Foto: Landesforsten/Rainer StädingViel trockenes Kraut, wenig Heideblüte: Auf dem Pestruper Gräberfeld fällt die Herbstbeweidung aus. Foto: Landesforsten/Rainer Städing

Wildeshausen. Viel rostbraunes Kraut, wenige violette Tupfer der Heideblüte: Am Ende eines trockenen Sommers bietet sich auf dem Pestruper Gräberfeld am Stadtrand von Wildeshausen ein trostloses Bild.

Revierförster Heiner Brüning vom Forstamt Ahlhorn und die Halter der Moorschnucken haben deshalb jetzt entschieden, dass die Landschaftspflege mit weidenden Schafen in diesem Jahr ausfällt. Das bei Hobbyfotografen beliebte Motiv friedlich grasender Schafe wird es frühestens im Frühjahr 2019 wieder geben.

Moorschnucken sind eigentlich „Landschaftspfleger“

Seit 2007 sind Moorschnucken des Schäferhofs Teerling in Sulingen zweimal jährlich auf dem Pestruper Gräberfeld als Pfleger der typischen Heidelandschaft eingesetzt worden. Durch Fraß haben sie dafür gesorgt, dass die überalterte Heide frisch und kräftig austreibt. „Der Heideblattkäfer, der die überalterte Heide bedrohte, ist ebenso zurückgegangen wie der Anteil mit Drahtschmiele vergraster Flächen“, berichtet Rainer Stäjefding, der Pressesprecher der Landesforsten. Jetzt muss das Heidekraut ein Stressjahr überstehen, denn wegen Erkrankung des Schäfers musste schon die Frühjahrsbeweidung verkürzt werden.

Immense Trockenschäden

„Durch die immensen Trockenschäden an der Heide werden selbst die genügsamen Moorschnucken nicht satt“, erläutert Revierförster Brüning. Eine Beweidung sei nur mit Zufütterung möglich, und das bedeute einen zusätzlichen Nährstoffeintrag durch den Schafkot. „Beweidungsziel ist es aber, Nährstoffe auszutragen, um den armen Heidestandort zu erhalten. Daher haben wir uns für eine erneute Beweidung erst im Frühjahr 2019 entschieden. Dann wird man auch erkennen, wie sich die Heide von diesem Extremsommer erholt“, so Brüning.

Jan Teerling hat seinen Schäferhof aus Altersgründen abgegeben. Sein Lebenswerk, den Erhalt der Diepholzer Moorschnucke und die extensive Landschaftspflege im Moor und auf Heiden, hat die BUND-Ortsgruppe Wagenfeld-Ströhen übernommen.


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