Ganderkeseer Straßenausschuss Radweg und Straßenausbau deutlich teurer als zunächst gedacht

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Noch fahren Radfahrer auf der Straße Ohe in Bergedorf. Am Mittwochabend haben sich die Mitglieder des Straßen- und Verkehrsausschusses aber einstimmig für den Neubau eines Radwegs auf der nördlichen Seite der Straße (links) ausgesprochen. Foto: Thomas DeekenNoch fahren Radfahrer auf der Straße Ohe in Bergedorf. Am Mittwochabend haben sich die Mitglieder des Straßen- und Verkehrsausschusses aber einstimmig für den Neubau eines Radwegs auf der nördlichen Seite der Straße (links) ausgesprochen. Foto: Thomas Deeken

Ganderkesee. Große Überraschung im Ganderkeseer Ausschuss für Straßen und Verkehr am Mittwochabend: Der Ohe-Radweg in Bergedorf soll 100.000 Euro mehr kosten als zunächst geschätzt. Für das Projekt Dürerstraße in Ganderkesee teilten die Planer Mehrkosten in Höhe von 634.000 Euro mit.

Ganderkesee Der Bau des Radwegs an der Straße Ohe in Bergedorf und die Sanierung der Dürerstraße sowie weiterer vier Straßen in unmittelbarer Nähe werden deutlich teurer als zunächst gedacht. Darauf hat Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, am Mittwochabend im Ausschuss für Straßen und Verkehr hingewiesen. Trotzdem haben sich die Ausschussmitglieder einstimmig dafür ausgesprochen, diese beiden Projekte voranzutreiben.

Neue Kalkulation der Planer

Zunächst war die Verwaltung beim Neubau des rund 1600 Meter langen Ohe-Radwegs von der Alten Dorfstraße bis hin zur Dehlthuner Straße noch von Kosten in Höhe von etwa 550000 Euro einschließlich Planungsmittel ausgegangen. Am vergangenen Freitag kam dann die Hiobsbotschaft der Planer, die ihre Kostenschätzung übermittelten: Nach deren Kalkulation wird das Projekt 100.000 Euro teurer. Diese neuen Kosten und die späte Information da-rüber haben dann UWG-Fraktionschef Carsten Jesußek dazu veranlasst, sich bei der Abstimmung zu enthalten.

Grunderwerb auf gesamter Radweg-Länge notwendig

Die Planung sieht vor, nördlich der vorhandenen Fahrbahn einen Radweg in einer Breite von 2,50 Metern herzustellen. Auf der gesamten Länge müssen laut Verwaltung Flächen in einer Tiefe zwischen 7,50 und 10 Metern hinzugekauft werden. Alle Grundstückseigentümer hätten allerdings grundsätzlich schon ihre Bereitschaft zum Verkauf signalisiert.

Baubeginn im Jahr 2020?

Es sei vorgesehen, die Entwurfsplanung bis zum Ende dieses Jahres abzuschließen. Der Grunderwerb soll bis Frühjahr nächsten Jahres abgeschlossen sein. Nach Planfeststellungsverfahren und anschließender Ausschreibung werde der Radwegbau dann voraussichtlich 2020 beginnen. Neue Anpflanzungen und eine Beleuchtung seien nicht vorgesehen.

Struthoff: Keine Glücksgefühle

Noch teurer als zunächst angenommen wird nach Angaben von Fachbereichsleiter Meyer der Ausbau der Straßen Am Schießstand, Dürer-, Rembrandt- und Rubensstraße sowie des Nordwegs bis zum Richtweg. War bislang die Rede von geschätzten 1,245 Millionen Euro für das gesamte Paket, so haben die Planer – ebenfalls am Freitag bekannt gegeben – locker 634.000 Euro hinzugerechnet. Dazu FDP-Ratsherr Jürgen Struthoff: „Die neuen Kosten lösen keine Glücksgefühle aus. Aber da müssen wir jetzt durch. Es wird nicht billiger.“ Und Arnold Hansen, Fraktionschef der Freien Wähler, ergänzte: „Das ist bitter. Aber dort ist jahrzehntelang nichts gemacht worden.“

Einstimmiges Votum

Am Ende gab es nur Ja-Stimmen für die Sanierung und das Bauprogramm, das Henning Kahl, Fachdienstleiter Tiefbau, vorstellte. Er wies auf mehrere geplante Verengungen auf den Straßen hin, sodass die Kraftfahrer gezwungen sind, langsam zu fahren, deutete den Wegfall von Parkplätzen vor der Turnhalle an und informierte, dass noch mit dem Schützenverein über Grunderwerb verhandelt werde. Genauer müsse darüber hinaus noch auf Schäden bei der Regenwasserkanalisation geschaut werden, fügte Meyer hinzu. Außerdem sei noch nicht bekannt, wie teerbelastet die Straßen derzeit seien.

Doris Josquin will Straßen abfahren

Doris Josquin (SPD-Fraktion) wollte darüber hinaus wissen, ob bei der Planung auch ausreichend an Menschen mit Behinderung gedacht worden sei. Die Ratsfrau, die selbst auf den Rollstuhl angewiesen ist, machte Kahl den Vorschlag, die Straßen gemeinsam abzufahren.


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