Zigarette auf der Stirn ausgedrückt Trinkkumpan in Wildeshausen im Rausch angegriffen

Von Ole Rosenbohm

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Für eine Tat im Suff ist ein  Wildeshauser jetzt vom Amtsgericht Wildeshausen verurteilt worden. Symbolfoto: Peter Steffen/dpaFür eine Tat im Suff ist ein Wildeshauser jetzt vom Amtsgericht Wildeshausen verurteilt worden. Symbolfoto: Peter Steffen/dpa

Wildeshausen. Klare Worte des Angeklagten vor dem Amtsgericht Wildeshausen: „Wenn ich besoffen bin, mache ich nur Scheiße“. Für eine Tat im Suff ist der Wildeshauser jetzt vom Amtsgericht Wildeshausen verurteilt worden.

Er und ein Arbeitskollege hatten sich im Supermarkt in Wildeshausen Bier gekauft, sich mit dem Kasten an die Hunte gesetzt und Streit bekommen.

Faust landet im Gesicht des Kollegen

Als die Beleidigungen härter wurden, landete erst eine Hand im Gesicht des Kollegen, dann drückte der 33-Jährige auch noch seine Zigarette auf der Stirn seines Opfers aus. Montag wurde der Fall vor dem Amtsgericht Wildeshausen verhandelt. Urteil: vier Monate Haft auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung im Zustand verminderter Schuldfähigkeit sowie die Auflage, seine offensichtliche Alkoholsucht therapieren zu lassen.

Der Angeklagte gab die Vorwürfe zu, auch wenn er sich nicht mehr an alles erinnern konnte und sein Verhalten immer noch Erklärungen parat hatte: Das Opfer habe ihn „blöd angemacht“, da habe er „natürlich“ reagiert. Eine „wirkliche Einsicht“ erkannte die Richterin angesichts dieser Worte nicht.

Opfer erleidet Verbrennungen zweiten Grades

Der Kollege erlitt von der auf der Stirn ausgedrückten Zigarette Verbrennungen zweiten Grades – schmerzhaft aber meistens narbenfrei heilbar.

Der jetzt verurteilte 33-Jährige gilt als in seiner Intelligenz gemindert, hat auch einen Betreuer an seiner Seite, der sich etwa um die finanziellen Angelegenheiten des Mannes kümmert und seit einiger Zeit auch um einen Therapieplatz für den Mann. Denn der trinkt nicht nur nach Meinung der Richterin viel zu viel. „Täglich mehrere Liter“, gab der Angeklagte an. „Ihre Alkoholsucht ist der Dreh- und Angelpunkt“, erklärte die Richterin und schrieb „Therapiebemühungen“ als Bewährungsauflage ins Urteil. Ihr Fazit: „Wenn Ihre Alkoholsucht nicht behoben wird, sehen wir uns wieder – und das möchte ich nicht.“


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