Trockenheit Bauern machen Verluste bei der Maisernte

Von Biljana Neloska

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Die Trockenheit hat den Maisbeständen zugesetzt. Foto: imago/Martin WernerDie Trockenheit hat den Maisbeständen zugesetzt. Foto: imago/Martin Werner

Ganderkesee/Landkreis. Wegen der Trockenheit des Sommers machen die Bauern aktuell Verluste bei der Maisernte. Das könnte auch noch im kommenden Jahr für Probleme sorgen.

Die Hitze und die Trockenheit dieses Sommers haben fast alle Maisbestände im Landkreis geschädigt – das merken die Maisbauern jetzt deutlich bei der Ernte, die gerade auf Hochtouren läuft.

„Wir rechnen mit Verlusten von 30 Prozent. Der Wassermangel hat in fast allen Beständen seine Spuren hinterlassen“, sagt Karl-Gerd Harms von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Wegen der Hitze sei die Ernte in diesem Jahr auch viel früher gestartet. Doch die heißen Temperaturen seien nicht das eigentliche Problem, sondern die Trockenheit, erklärt Harms: „Die Maiskolben sind vielfach unterentwickelt, weil der Regen bei der Befruchtung der Körner gefehlt hat. So bekommt man jetzt schlechtere oder im schlimmsten Fall gar keine Kolben.“

Futterpreise steigen

Den entwickelten Maiskolben habe zwar der vereinzelte Regen der vergangenen Wochen geholfen, aber auch nur dort, wo der Boden die Wassermenge besser speichern konnte, etwa in lehm- oder tonhaltiger Erde. „Man hat in diesem Jahr ganz deutlich gemerkt, wo welcher Boden war“, sagt Thale Alfs vom Niedersächsischen Landvolk, Kreisverband Oldenburg. So wie bei der Ernte von Rainer Bücking, ebenfalls vom Landvolk. „Im Grunde war die Ernte gar nicht so schlecht wie erwartet. Wir hatten hier in Ganderkesee aber auch ein bisschen mehr Regen, und der Lehmanteil im Boden ist hier höher als anderswo“, so Bücking.

Negative Auswirkungen sieht Harms vor allem bei der Futterversorgung für die Nutztiere wie Rinder. Das Grundfutter setze sich etwa zur Hälfte aus Gras, zur anderen Hälfte aus Mais zusammen. Auch der Grasbestand habe durch die Trockenheit gelitten. „Bei beiden fehlt jetzt eine beträchtliche Menge. Dementsprechend werden auch die Futterpreise steigen. Das wird sicher nicht reihenweise Betrieben die Existenz kosten, aber manchen vielleicht schon“, sagt Harms.

Auch im kommenden Jahr ein Problem

Für die kommende Erntezeit hoffe man auf ein hohes Ertragsjahr und darauf, dass dann wieder Futterreserven aufgebaut werden können. Aber: „Das Futter wird unheimlich knapp werden und der Futtermangel wird uns definitiv auch noch im kommenden Jahr beschäftigen, wenn jetzt im Winter und im Frühjahr die Reserven aufgebraucht werden, die eigentlich für den Sommer bestimmt waren“, erklärt Harms.


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