Stromtrasse Ganderkesee-Sankt Hülfe In Ganderkesee beginnt Bombensuche auf Stromtrasse

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Das Umspannwerk Ganderkesee ist ein Feld voller Masten, Leitungen, Transformatoren und Isolatoren. Hier, im Bereich Schlutterweg/Wagnerstraße, wird zusätzlicher Platz für eine Kabelübergangsanlage benötigt. Foto: Reiner HaaseDas Umspannwerk Ganderkesee ist ein Feld voller Masten, Leitungen, Transformatoren und Isolatoren. Hier, im Bereich Schlutterweg/Wagnerstraße, wird zusätzlicher Platz für eine Kabelübergangsanlage benötigt. Foto: Reiner Haase

Ganderkesee. Kampfmittelsondierer sind die Vorboten des Baus der 380-Kilovolt-Leitung auf Ganderkeseer Gebiet. Gleich im Anschluss rücken Bodenerkunder an. Widerspenstige Eigentümer können die Arbeiten verzögern, aber nicht verhindern.

Es hakt noch beim geplanten Bau der 380-Kilovolt-Stromleitung durch den Südosten der Gemeinde Ganderkesee und weiter durch die Klein Henstedter Heide. In dem vom Stromversorger Tennet „Abschnitt eins“ genannten Teil der 61 Kilometer langen Trasse vom Umspannwerk Ganderkesee bis Sankt Hülfe bei Diepholz soll es Erdkabel- und Freileitungsabschnitte geben. Es muss Untersuchungen der Bodenbeschaffenheit geben, damit die Kabel sicher im Untergrund ruhen und die Masten auf Dauer standhaft bleiben.

Es gibt aber Eigentümer, die die erforderliche Bodenuntersuchung auf ihren Flächen noch nicht zugelassen haben. „Für die acht Maststandorte haben wir sieben Zustimmungen, einer ist offen. Für die Erdkabelabschnitte haben wir 75 Prozent Zustimmung“, berichtet Tennet-Pressesprecher Mathias Fischer.

Bombensondierung beginnt jetzt

Im Abschnitt Ganderkesee-Klein Henstedt werden die Arbeiten jetzt sichtbar. „Wir beginnen noch im September mit der Suche nach Kampfmitteln“, kündigt Fischer an. „Es gibt Verdachtsflächen“, ergänzt er vor dem Hintergrund, dass es im Zweiten Weltkrieg nahe der geplanten Trasse vom Umspannwerk Ganderkesee über die Bauerschaft Strudthafe bis Klein Henstedt in der Nachbargemeinde Prinzhöfte Flakstellungen gegeben hat und die Entfernung zu den militärischen Anlagen in Adelheide auch nicht groß ist.

Trassenverlauf wird präzisiert

Nach den Kampfmittelsondierern kommen ab Oktober die Bodenerkunder mit kleinen Baggern und Bohrern. „Erst danach können wir genau sagen, wo die Trasse für die Erdkabel verläuft, wo Erdreich zwischengelagert wird, wie die Masten gegründet und wo Baustraßen verlegt werden“, erklärt Fischer. Schäden und Ernteeinbußen durch die Untersuchungen würden sofort finanziell abgegolten. Der Tennet-Sprecher stellt klar, dass Betretungsverbote die Untersuchungen verzögern, aber nicht verhindern können.

„Wir müssen das Gesetz erfüllen und den Planfeststellungsbeschluss umsetzen. Wenn es gar nicht anders geht, gibt es bei der Behörde ein Durchsetzungsverfahren“, so Fischer. „Lieber ist uns das Einvernehmen“, ergänzt er; es werde weiter mit den Eigentümern gesprochen.

Streit über Entschädigung

So klar der Schadensausgleich bei den Vorarbeiten geregelt ist, so umstritten ist die Entschädigung für die langfristigen Nutzungseinschränkungen, die die Flächeneigentümer durch Eintrag einer Dienstbarkeit im Grundbuch auf Dauer hinnehmen müssen. Der Kreislandvolkverband Oldenburg spricht von einer Wirkung über 100 Jahre hinaus. Die Vereinigung der Land- und Forstwirte führt bei Maststandorten Bewirtschaftungsprobleme mit immer größer werdenden Maschinen, beim digitalisierten, satellitengesteuerten „Precision Farming“ und beim Beregnen von Flächen an sowie Veränderungen der Bodenstruktur und der Wasserführung im Boden bei der Erdverkabelung.

Die langfristigen Folgen sollen aus Sicht des Landvolks auch dauerhaft mit Pachtzahlungen ausgeglichen werden. Tennet will die Eigentümer dagegen unter Berufung auf die gültige Rechtslage mit Einmalzahlungen entschädigen. „Das kann nur der Gesetzgeber entscheiden“, sagt Tennet-Sprecher Fischer. Mit dem Kreislandvolk werde weiter geredet. Die Gesprächsbereitschaft bekundet auch Landvolk-Geschäftsführer Wolff. Das Landvolk empfiehlt den Eigentümern weiterhin, von Tennet angebotene Verträge über die Entschädigung für den Grundbucheintrag nicht zu unterschreiben.

Platzproblem in Ganderkesee gelöst

Wo Strom aus Freileitungen in Erdkabel geleitet wird und umgekehrt, baut Tennet Kabelübergangsanlagen. Am Umspannwerk in Ganderkesee werde dafür zusätzliche Fläche benötigt, hieß es vor einigen Monaten. Das Hindernis scheint aus dem Weg geräumt: „Denkbare Lösungen sind gefunden. Wir stehen mit allen Beteiligten im Gespräch“, berichtet Tennet-Sprecher Fischer.


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