Wildeshauser will Therapie antreten Bewährungsstrafe für Besitz von 13.000 Kinderpornos

Von Ole Rosenbohm

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Dem Angeklagten wurde unter anderem nachgewiesen, über 13.000 Dateien kinder- und jugendpornografischen Inhalts besessen zu haben. Symbolfoto: Volker Hartmann/dpaDem Angeklagten wurde unter anderem nachgewiesen, über 13.000 Dateien kinder- und jugendpornografischen Inhalts besessen zu haben. Symbolfoto: Volker Hartmann/dpa

Wildeshausen Zehn Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung, 1000 Euro Geldauflage an den Kinderschutzbund sowie die Pflicht, sich um einen Therapieplatz zu kümmern und die Behandlung dann durchzuziehen. So lautet das Urteil des Amtsgerichtes Wildeshausen gegen einen 44-Jährigen aus Wildeshausen.

Ihm wurde in fünf Fällen die Verbreitung von Kinderpornografie ebenso nachgewiesen, wie auch der Besitz von über 13.000 Dateien kinder- und jugendpornografischen Inhalts und die verbotene Verbreitung von Tierpornografie. Der Mann zeigte sich geständig.

Angesichts der Vorwürfe gab die Staatsanwältin in ihrem Schlussvortrag zu, „angegriffen“ zu sein.

Staatsanwältin: Menschen zugrunde gerichtet

„Sie sind schuld, dass Menschen zugrunde gehen und dort ihr Leben lang nicht mehr rauskommen“, sagte sie direkt zum Angeklagten.

Denn: „Gäbe es keinen Markt dafür, gäbe es auch keine Dateien mit solchen Bildern. Diese Kinder sind für ihr Leben geschädigt, sie wurden aufs Übelste missbraucht.“

Die bald unzähligen Dateien mit Bildern und Filmen mit wohl zum Teil härtester Pornografie mit Kindern und Jugendlichen waren im Zuge einer Hausdurchsuchung auf Computern des Mannes aus Wildeshausen gefunden worden. Den Besitz erklärte er mit seiner „Sammelleidenschaft“; und, ja, er habe ein Interesse an „jung aussehenden Mädchen“.

2011 schon einmal im Visier der Polizei gewesen

2011 bereits stand er vor einem Strafverfahren aus ähnlichen Gründen, dieses aber wurde von der Staatsanwaltschaft damals eingestellt. So wusste der Wildeshauser sofort, worum es ging, als die Polizisten vor einem Jahr in seiner Tür standen, und zeigte den Beamten auch direkt die Computer mit den fraglichen Dateien.

Auf die Spur gekommen waren ihm die Ermittler, als er in einem Tausch-Forum der Pädophilen-Szene im Internet aktiv war. Zudem hatte er fünf Filme auf dem Tauschbörsensystem eMule bereitgestellt und sich damit der Verbreitung kinderpornografischer „Schriften“ schuldig gemacht – der härteste der erhobenen Vorwürfe. Diese Verbreitung hätte er nicht bewusst geplant, sagte der Angeklagte, ihm sei die Vorgehensweise des Systems nicht genau bekannt gewesen.

Therapieauflage mildert Urteil ab

Mit ihrem Urteil folgte die Richterin exakt dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Es sprach für den Angeklagten, dass er von sich aus erklärte, eine Therapie machen zu wollen – was ihm zusätzlich das Gericht als Auflage mitgab.

Zudem war er bis auf das eingestellte Verfahren von 2011 bis jetzt nicht juristisch aufgefallen. Er selbst sagte, ihm sei bewusst, was er angestellt habe, hätte sich „aus diesen Bereichen zurückgezogen“ und sei bereit zur Therapie.


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