Tiere vermehren sich explosionsartig Borkenkäfer fressen Bäume im Landkreis kaputt

Von Biljana Neloska

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Schäden an Fichtenbäumen durch die Fraßwege der Borkenkäfer. Foto: Landesforsten/Rainer StädingSchäden an Fichtenbäumen durch die Fraßwege der Borkenkäfer. Foto: Landesforsten/Rainer Städing

Ganderkesee/Landkreis. Nach dem heißen Sommer fressen Borkenkäfer in großer Anzahl geschwächte Bäume im Landkreis kaputt. Diesen Schäden könnten noch mehr folgen – auch in den kommenden Jahren.

Borkenkäfer sind wegen des heißen Sommers gerade vermehrt im Landkreis unterwegs und verursachen Schäden an Fichtenbäumen in Waldgebieten.

Der lange trockene Sommer habe einen Anstieg bei der Entwicklung der Käfer begünstigt, erklärt Rainer Städing, regionaler Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten. „Statt ein bis zwei Generationen vermehren sie sich drei- bis vierfach in einem Jahr. Das führt zu exponentiellem Anstieg, das heißt auf ’gut Deutsch‘ zu einer Explosion der Käferzahlen“, sagt Städing. Gleichzeitig seien die Fichten durch die Trockenheit so geschwächt, dass sie einer Besiedlung durch die Käfer kaum etwas entgegenzusetzen hätten. In normalen Jahren ersticke eine vitale Fichte die sich einbohrenden Käfer mit Baumharz. Die jetzt durch Borkenkäfer befallenen Fichten seien in der Regel an den rostbraunen trockenen Nadeln zu erkennen, bei denen die Rinde auch teilweise abfalle.

Schwer beschädigte Waldbestände

Einzelne Waldbestände, beispielsweise in Bergedorf und im Bereich Havekost/Hengsterholz, seien bereits schwer beschädigt, sagt Günter Westermann, Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Oldenburg-Delmenhorst. „Die Schäden sind nicht zu übersehen, wenn man durch die Landschaft fährt. Da kommt viel zusammen: die Stürme im Herbst und die Trockenheit im Sommer, die die Käferpopulation extrem beflügelt hat. In einem Bestand sind bis zu 90 Prozent der im Frühjahr gepflanzten Bäume betroffen“, sagt Westermann.

Wälder werden labiler

Die befallenen Bäume müssten identifiziert, möglichst schnell eingeschlagen und dann abtransportiert oder entrindet werden, erklärt Städing. Langfristige Auswirkungen dieser Waldschäden: „Die Fichtenwälder werden labiler. Sie sind teilweise bereits durch die Stürme aus Herbst und Frühjahr löcherig und werden so noch weiter geöffnet. Damit sind sie exponiert für die Herbst- und Winterstürme und gegebenenfalls für erneute Borkenkäferangriffe im nächsten Frühjahr. Die ausfliegenden Käfer überwintern in der Bodenstreu und starten im Frühjahr wieder neu in Richtung Fichtenbäume“, so Städing.

„Wir rechnen mit massiven Trockenheitsschäden“

Ökonomisch betrachtet führe das zu einem Überangebot von Fichtenholz, welches der Markt nicht aufnehmen könne – bei gleichzeitig erhöhten Kosten, um überall das Käferholz zu suchen und zu bergen. In den Folgejahren sei mit weiteren Schäden zu rechnen. Unvorhergesehene Kosten für die Neuanpflanzungen kämen dazu, so Städing.

„Wir rechnen mit massiven Trockenheitsschäden in den kommenden Jahren“, prognostiziert Westermann.


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