250 Vierbeiner als letzte Badegäste Großer Andrang beim Hundeschwimmen in Ganderkesee

Von Birgit Stamerjohanns

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Ganderkesee. Zum ersten Hundeschwimmen im Freibad Ganderkesee sind am Sonntag mehr als 250 Hunde mit ihren Besitzern gekommen. Die Vierbeiner waren die vorerst letzten Badegäste.

Kathrin Pohl kann sich über ihre zwölfjährige Hündin Sammy nur wundern. Eigentlich hat es die betagte Dame nicht so mit dem Wasser. Jetzt will sie das Nichtschwimmerbecken des Freibades am liebsten gar nicht mehr verlassen. Immer wieder springt sie hinein und paddelt eine Runde. „Nur der Ausstieg bereitet ihr Probleme“, sagt Besitzerin Kathrin Pohl über ihren Golden Retriever, „sie schafft es nicht allein, sich am Beckenrand hochzuziehen, und wir müssen sie aus dem Wasser heben.“

Timon badet sonst nur in Naturseen

Der zweite Badegast, den sie und ihr Freund Marc Zimmermann mitgebracht haben, hält sich derweil im Hintergrund, wagt sich maximal bis an den Beckenrand: „Eigentlich ist Timon die Wasserratte“, erklärt das Paar aus Brake mit Blick auf den zweiten Golden Retriever, „aber ihm macht wohl das tiefe Becken ein bisschen Angst.“ Timon geht schließlich sonst nur in Naturseen baden, beim Anblick des gekachelten Schwimmbads mit dem glasklaren Wasser hat ihn offenbar der Mut verlassen. Daran ändert auch das bunte Hundespielzeug nichts, das auf der Wasseroberfläche dümpelt und das andere Vierbeiner offenbar magisch anlockt.

Liegewiese zum Hundespielplatz umfunktioniert

Auch Henry Peukert, Geschäftsführer der Bäder-Betriebsgesellschaft, kann seinen vierbeinigen Liebling nicht zum Schwimmen überreden: Bolonka-Dame Luisa ist wasserscheu. Der nur 2,5 Kilo leichte Hund hält sich am liebsten auf Peukerts Arm auf, oder auf der Liegewiese, die am Sonntag zum Hundespielplatz umfunktioniert wurde. „Uns war klar, dass viele Besucher kommen würde, aber der Ansturm hat uns dann doch überrascht“, sagt der Chef des Bades. Allein auf der Internet-Seite des Schwimmbads hatten im Vorfeld 40.000 Personen nach Infos zu der Veranstaltung gesucht.

Abtauchen für zwei Euro

Für zwei Euro darf jeder Hund mit gültiger Hundemarke und Haftpflichtversicherung im Freibad abtauchen. Das Wasser in den Becken hat Trinkwasser-Qualität, weil es nicht mehr gechlort ist. Normalerweise dürfen Hunde natürlich nicht in das Schwimmbad, aber in Ganderkesee beginnt jetzt die Sanierung der Anlagen am Heideweg: Nach der Veranstaltung wird das Wasser abgelassen und im kommenden Jahr bleibt das Freibad geschlossen. Die Hunde sind also die letzten Badegäste für die nächsten anderthalb Jahre.

In der Saison 85.000 Badegäste gezählt

Henry Peukert zeigt sich nicht nur mit dem Hundeschwimmen, sondern mit der gesamten Freibad-Saison zufrieden: „ Wir hatten rund 85.000 Badegäste“, so der Geschäftsführer. In den vergangenen Jahren waren es durchschnittlich nur 50.000 Tausend Besucher.

Vom ersten Hundeschwimmen sind jedenfalls nicht nur die Tiere, sondern auch die Hundehalter begeistert, und einige haben auch gleich die Badehose mitgebracht: Milian Cecchia aus Delmenhorst tobt mit Familienhund Elma durch das Babybecken. Elma ist ein knappes Jahr alt und ein Mini-Bullterrier. Dann entdeckt Elma die Babyrutsche – und saust nach anfänglichem Zögern darüber ins Wasser.


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