Tausende Euro geliehen Ganderkeseer will vor Landgericht Haftstrafe abwenden

Von Ole Rosenbohm

Meine Nachrichten

Um das Thema Ganderkesee Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Hat sich ein 41-jähriger Mann aus Ganderkesee Geld in betrügerischer Absicht Geld geliehen, da er wusste, er kann es nicht zurückzahlen? Symbolfoto: Volker Hartmann/dpaHat sich ein 41-jähriger Mann aus Ganderkesee Geld in betrügerischer Absicht Geld geliehen, da er wusste, er kann es nicht zurückzahlen? Symbolfoto: Volker Hartmann/dpa

Ganderkesee/Oldenburg. Hat sich ein 41-jähriger Mann aus Ganderkesee Geld in betrügerischer Absicht Geld geliehen, da er wusste, er kann es nicht zurückzahlen? Mit diesem Sachverhalt beschäftigt sich derzeit das Landgericht Oldenburg in einer Berufungsverhandlung.

In der Berufungsverhandlung, die jetzt bereits ihren zweiten Prozesstag erlebte, will der mehrfach wegen Betrugs aufgefallene und verurteilte Familienvater in Geldnot um das Gefängnis herumkommen. Das Amtsgericht Delmenhorst hatte sich in erster Instanz nämlich nicht auf eine Bewährungsstrafe eingelassen: zehn Monate Haft, so das Urteil für den Ganderkeseer.

4000 Euro futsch

Die Betrogene hatte dem Angeklagten zweimal 2000 Euro geliehen, danach aber fast nichts zurückerhalten. Nach Monaten erstattete sie Anzeige.

Die Frau wird im September aussagen und dabei erklären, wie viel sie etwa vom bereits abgelegten Offenbarungseid des Angeklagten wusste. Zur Anklage gehört auch ein Internetbetrug: Der Angeklagte soll für einen Computer 400 Euro erhalten, das Gerät aber nie verschickt haben.

Hätte die Gläubigerin des Angeklagten am zweiten Verhandlungstag dem Gericht zur Verfügung gestanden, hätte sie eine weitere Frau kennenlernen können, die mit dem 41-Jährigen einen ähnlichen Fall erlebt hatte.

Weitere Frau betrogen

Die Unternehmerin hatte den Mann vor Jahren eingestellt und wohl schon vor dem ersten Arbeitstag einen ersten Vorschuss ausgezahlt. In vier Monaten Arbeitsverhältnis auf niedrigem Lohnniveau kamen in mehreren Transaktionen 4400 Euro zusammen. Er habe sie immer wieder überredet und vertröstet mit dem angeblich bevorstehenden Verkauf eines Motorrads und mit einer demnächst fälligen Erbschaft.

Zurückbekommen aber habe sie nie etwas, sagte die Frau aus. Der Fall dieser Zeugin ist juristisch bereits abgeurteilt. Der Prozess endete damals wegen überschrittenen Fristen mit Freispruch für den Angeklagten. Im aktuellen Fall ist es nicht möglich. In diesem hängt das Schicksal des Angeklagten von der Aussage der Belastungszeugin ab.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN