„Westlich Zum Altengraben“ Ganderkeseer Ausschuss hat ein Herz für Fledermäuse

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Dieser vordere Bereich im geplanten Baugebiet „Schönemoor – westlich Zum Altengraben“ soll zum Schutz von Fledermäusen nicht bebaut werden. Foto: Thomas DeekenDieser vordere Bereich im geplanten Baugebiet „Schönemoor – westlich Zum Altengraben“ soll zum Schutz von Fledermäusen nicht bebaut werden. Foto: Thomas Deeken

Ganderkesee. Der Ganderkeseer Ausschuss für Gemeindeentwicklung hat sich für eine erneute Auslegung des Bebauungsplanentwurfs „Westlich Zum Altengraben“ausgesprochen. Es geht um den Schutz von zwei Fledermausarten. Jetzt gibt es zwei Grundstücke weniger.

Der Bebauungsplanentwurf „Schönemoor – westlich Zum Altengraben“ wird noch einmal abgeändert und erneut mit verkürzter Frist ausgelegt. Darauf haben sich am Donnerstagabend die Mitglieder des Ausschusses für Gemeindeentwicklung mehrheitlich mit 8:5 Stimmen geeinigt. Der Grund für die Abänderung: Die Nabu-Ortsgruppe Ganderkesee hat „ein bemerkenswertes Vorkommen von Zwergfledermäusen und Breitflügelfledermäusen“ entdeckt. Und diese Tiere gelte es zu schützen. Daraufhin hatte die Verwaltung am nördlichen Rand eine 1500 Quadratmeter große Fläche – ursprünglich gedacht für etwa zwei Grundstücke – ganz neu als Grünbereich definiert.

Mehrfamilienhaushöhe weiterer Diskussionspunkt

Mit dem Vorschlag, mehr Rücksicht auf Fledermäuse zu nehmen, konnten sich alle Fraktionen anfreunden. FDP, Grüne, Freie Wähler und UWG sprachen sich allerdings erneut generell gegen dieses Baugebiet aus. Diesmal kam sogar noch ein weiterer Kritikpunkt hinzu, bei dem es um den geförderten Wohnungsbau geht. FDP-Fraktionschefin Marion Daniel lehnt eine hohe Bauweise für die geplanten Mehrfamilienhäuser ab. Laut Plan sind für diese Gebäude maximal zwei Vollgeschosse möglich. Daraufhin versprach Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, dass sich diese Häuser den örtlichen Gegebenheiten anpassen und sich einfügen müssten. Das werde noch konkret mit dem Investor abgesprochen. Nähere Infos sollen in der nächsten Sitzung folgen.

Maximalhöhe rund 9,20 Meter

Thomas Aufleger, Geschäftsführer der NWP Planungsgesellschaft, informierte, dass zwei Vollgeschosse nicht viel über die tatsächliche Höhe aussagen würden. Mit zwei Vollgeschossen soll möglichst viel Wohnraum geschaffen werden. Wichtig sei, dass es für diese Gebäude eine Höhenbegrenzung von rund 9,20 Metern gebe – und das sei ähnlich wie bei Einfamilien- und Doppelhäusern.

Deutliches Schierbrok-Ergebnis

Deutlicher fiel die Zustimmung für den Bebauungsplanentwurf „Schierbrok – westlich Schierbroker Mühlenweg“ aus. Elf Ausschussmitglieder stimmten dafür, die Beteiligungsverfahren nach dem Baugesetzbuch durchzuführen und den Entwurf – voraussichtlich ab Ende September – öffentlich auszulegen. Arnold Hansen, Fraktionschef der Freien Wähler, und Michael Sorg von den Grünen waren dagegen.

Infos über Mehrfamilienhäuser und Parkflächen

Zuvor hatte Franziska Lüders von „plankontor städtebau“ gemeinsam mit Fachbereichsleiter Meyer den Plan, der auch in einer Bürgerversammlung vorgestellt wurde, näher erläutert. Dabei ging es unter anderem ebenfalls um die Höhe der Mehrfamilienhäuser, die im südwestlichen Bereich des Wohngebiets entstehen sollen. Rund 2000 Quadratmeter sind dabei laut Meyer für geförderten Wohnraum gedacht. Und es wurde nach Parkflächen gefragt. Dazu der Fachbereichsleiter: Es sollen im gesamten Wohngebiet punktuell einige weitere Parkplätze sowie im Eingangsbereich noch eine größere Anzahl entstehen.

Südzufahrt für Feuerwehr und Krankenwagen

Eine Änderung des Entwurfs müssen die Planer aber nach einem Hinweis von Heinz-Peter Häger (SPD) noch vornehmen: Er monierte, dass nur eine Zufahrt ins Wohngebiet vorgesehen sei – und zwar über den Schierbroker Mühlenweg in der Nähe der Nutzhorner Landstraße. Es müsse zumindest für Krankenwagen und Feuerwehr zusätzlich eine Südzufahrt geben. Das soll Meyer zufolge noch geändert werden – aber nur für diese Fahrzeuge.


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